SpaceX erlitt am 1. September einen empfindlichen Rückschlag als eine Trägerrakete des Typs Falcon 9 FT beim Schlusscountdown für einen routinemäßigen Testbrennlauf zwei Tage vor dem geplanten Start völlig unvermittelt und ohne jede Vorwarnung explodierte. An Bord der Rakete befand sich bereits die Nutzlast, welche die Rakete am 3. September in den Orbit transportieren sollte: der israelische Kommunikationssatellit Amos-6. Die Telemetrie verzeichnete selbst wenige Hundertstelsekunden vor dem Vorfall keinerlei Anomalien. Sowohl der 195 Millionen Dollar teure Satellit als auch die Trägerrakete wurden vollständig zerstört.

Der Vorfall ereignete sich um 15:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 9:07 morgens Ortszeit), als sich die Falcon 9 in den letzten Minuten vor einem so genannten "Static Firing Test" befand. Dies ist eine übliche Prozedur bei SpaceX vor Starts und beinhaltet einen vollständigen Countdown inclusive einer wenigen Sekunden langen Brennphase der neun Merlin-Triebwerke, bei dem die Rakete mit Klammern auf dem Boden festgehalten wird. 

Das Ereignis nahm offensichtlich seinen Anfang in der Nähe des Einfüllstutzens zum Sauerstofftank der zweiten Stufe. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war die Betankung bereits abgeschlossen. Der Moment für den Beginn des statischen Brennlaufs war nur noch wenige Minuten entfernt. Alle Tanks waren randvoll. Es lief nur noch der so genannte „Topping-Cycle“, bei dem nur noch die Menge an Treibstoff und Oxidator nachgefüllt wird, die wegen der niedrigen Temperaturen verdampft. Es befand sich keine offene Flamme an der Rakete, es gab keinen Funkenflug, keine heißen Komponenten und keine elektrischen Anomalien wie Kurzschlüsse oder Lichtbogeneffekte.

An Bord befanden sich insgesamt 500 Tonnen Kerosin, flüssiger Sauerstoff, Stickstoff und Helium. Die einzige „Anomalie“ unmittelbar vor dem Ausbruch des Feuers war ein leises, dumpfes Knallgeräusch. Die Rakete hatte zuvor in McGregor bereits einen Betankungszyklus und einen statischen Prüflauf auf dem Teststand von einer Minute Dauer absolviert. Auch dort waren keinerlei Anomalien zu verzeichnen gewesen.

AMOS-6 war von Israel Aerospace Industries für den israelischen Satellitenbetreiber Spacecom gebaut worden.  Das Raumfahrzeug hatte ein Startgewicht von 5.250 Kilogramm und trug 39 Ku-Band Transponder und 24 Ka-Band Transponder. Er sollte Kommunikationsdienste für den Mittleren Osten, Osteuropa, Zentralafrika und Europa zur Verfügung stellen.  

Bild: Die Falcon 9 explodiert am Launch Pad 40

Credit: US Launch Report