Die United Launch Alliance (ULA) brachte in den frühen Morgenstunden des 19. August das zweite Satellitenpaar des Geosynchronous Space Situational Awareness Programs (GSSAP) in einen geostationären Drift-Orbit. Als Träger wurde eine Delta 4 eingesetzt. GSSAP ist eine Konstellation der US-Luftwaffe, die aus vier Raumfahrzeugen in einem annähernd geostationären Orbit besteht. Ihre Aufgabe ist es, andere Satelliten im geostationären Gürtel zu überwachen. Die Startmission selbst wurde als "Air Force Space Command 6" oder kurz AFSPC-6 bezeichnet.

Der Flug begann um 0:52 Uhr US-Ostküstenzeit an der Startanlage 37 der Luftwaffenbasis Cape Canaveral. In Mitteleuropa war es zu diesem Zeitpunkt schon 6:52 Uhr.

Das erste GSSAP-Satellitenpaar wurde im Juli 2014 gestartet, und zwar ebenfalls mit einer Delta 4-Trägerrakete unter der Missionsbezeichnung AFSPC-4. Nach einer Testphase von über einem Jahr wurden diese beiden ersten Einheiten im September 2015 für einsatzbereit erklärt.  Die Satelliten bewegen sich typischerweise etwas unter und über dem geosynchronen Gürtel und können damit über eine längere Zeitspanne viele Satelliten genauer beobachten, die sich auf dieser Bahn aufhalten.

Es ist bekannt, dass die GSSAP-Satelliten auf dem GeoStar-Bus von Orbital Sciences basieren, einer kompakten Mehrzweckplattform die für unterschiedliche Zwecke verwendet werden kann. Die Masse jedes der beiden Raumfahrzeuge beträgt etwa 700 Kilogramm. Mit dem eingesetzten Trägervariante, der Delta 4 M+ (4,2) bedeutet das, dass auch zwei solche Satelliten problemlos direkt in einen geostationären Orbit transportiert werden können.

Aufgabe der Satelliten wird es sein, Satelliten anderer Nationen im geostationären Orbit genau unter die Lupe zu nehmen. Dazu gibt es eine ziemlich blumige Missionsbeschreibung der US-Luftwaffe. Nach dieser "…unterstützen die beiden GSSAP-Satelliten das Strategische Kommando bei der verbesserten Wahrnehmung der Gegebenheiten im geostationären Orbit. Die Daten von GSSAP werden dabei auf einzigartige Weise beitragen, zeitnahe und genaue Bahnprognosen zu erstellen, unser Wissen über die Bedingungen im geostationären Umfeld zu vermehren und die Sicherheit von Raumfahrtoperationen vor allem hinsichtlich der Vermeidung von Satellitenkollisionen zu verbessern".

Die beiden Satelliten verfügen über massive Optiken, die Bilder mit einem Auflösungsvermögen von wenigen Zentimetern von ihren Zielen machen können. Es dürfte allerdings ausgeschlossen sein, dass jemand diese sicherlich faszinierenden Bilder aktiver Satelliten im Weltraum sieht, der nicht zum inneren Zirkel der US-Geheimdienste gehört.

Die Mission war der 375. Start einer Rakete mit der Bezeichnung "Delta", der 33. Start einer Delta 4 und der 14. Start einer Delta 4 in der Variante Delta 4 M+ (4,2), die mit zwei Feststoffboostern des Typs GEM 60 ausgerüstet ist.

Bild: Die beiden neuen GSSAP-Satelliten im Orbit. Künstlerische Darstellung

Credit: Orbital Sciences