China brachte am 5. August erstmals einen Kommunikationssatelliten in einen geostationären Transferorbit, der ausschließlich für Mobilfunk bestimmt ist. Der Start des Raumfahrzeugs mit der Bezeichnung Tiantong-1 erfolgte um 17:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Startkomplex 3 des Raumfahrtzentrums Xichang. Zum Startzeitpunkt war es dabei schon 0:22 Uhr Ortszeit am 6. August.

Als Träger wurde ein Rakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 eingesetzt, im Moment noch (aber voraussichtlich nur noch für einen guten Monat) die schwerste verfügbare Trägerrakete Chinas. Die Langer Marsch 3B/G2 ist in der Lage, mehr als 11 Tonnen Nutzlast in den niedrigen Erdorbit zu liefern und etwa 5.100 Kilogramm in den geostationären Transferorbit. Sie liegt damit Leistungsmäßig nur wenig unter der amerikanischen Falcon 9 FT. Die Mission war der 99. Start, der vom Raumfahrtzentrum Xichang aus erfolgte.

Der erzielte Orbit wies ein Perigäum von 193 Kilometern, ein Apogäum von 35.850 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 28,6 Grad auf.

Die Informationen zu diesem Raumfahrzeug sind noch recht spärlich, doch dürfte das auf den S-Band Betrieb spezialisiertes Raumfahrzeug von der Chinese Academy of Space Technology gebaut worden sein. Es wird von der China SatCom betrieben werden, nachdem die Indienststellungsphase abgeschlossen ist.

Einmal im geosynchronen Orbit angekommen soll der Satellit Mobilfunk-Dienst für China, den Mittleren Osten, Afrika, den ostpazifischen Raum und die Region des Indischen Ozeans zur Verfügung stellen. Das Mobil-Kommunikationssystem wurde von der Henan Communication Technology Co., Ltd. In Xinxiang entwickelt und gebaut.

Bild: Start der Langer Marsch 3B/G2 mit Tiantong-1

Credit: ChinaNews