Am 29. Juli brachte eine Trägerrakete des Typs Atlas 5 der United Launch Alliance (ULA) einen Satelliten für das National Reconnaissance Office (NRO) in einen geostationären Transferorbit. Die Startmission begann um 14:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Anlage 41 in Cape Canaveral, entsprechend 8:37 Uhr lokaler Ortszeit. Wie üblich hielt sich der Auftraggeber über die Identität des Satelliten und seine Aufgaben bedeckt. Das Raumfahrzeug bekam offiziell die Bezeichnung NRO-L61, eine reine Zählnummer (NRO Launch Nr. 61). Nachdem diese Nummer nicht sequentiell vergeben wird, bekommt der Satellit zusätzlich eine weitere Bezeichnung nach der Ankunft im Orbit. NRO-L61 heißt deshalb auch USA-269, die aktuelle und sequentielle Zählnummer für US-Militärsatelliten.

Das NRO betreibt eine ganze Flotte unterschiedlicher Beobachtungssatelliten. Der aktuelle Start war bereits der 23., den die ULA für diese Agentur durchführt.

Trotz der sparsamen Informationen des Auftraggebers ist für geübte Beobachter aus dem Typ der eingesetzten Trägerrakete, der verwendeten Nutzlastverkleidung, dem Missionslogo, der Anzahl von Zusatzboostern und den Bahndaten einiges zu entnehmen. So war aus der ost-südöstlichen Aufstiegsbahn ersichtlich, dass sich die Rakete in einen geostationären Transferorbit bewegen wird. Danach wurde es aber schwierig, denn sowohl die Booster-Konfiguration als auch die verwendete Fairing sind vom NRO zuvor nie verwendet worden. Die Atlas 5 flog in der Variante 421 (Fairing mit vier Metern Durchmesser, zwei Booster und ein RL-10 Oberstufentriebwerk). Die Nutzlastverkleidung trägt die Bezeichnung XEPF (für Extra Extended Payload Fairing) ist die längste von drei Varianten, die für die vier Meter-Durchmesser Variante der Altas 5 verwendet werden kann. Diese Fairing ist 13,8 Meter lang.

Die Vermutungen gehen dahin, vor allem auch aus den Informationen die man dem Missionslogo zu entnehmen glaubt, dass es sich um die erste Einheit einer neuen Generation von Kommunikationssatelliten der Quasar-Serie handelt. Das sind Relay-Satelliten mit denen die Daten anderer Beobachtungssatelliten in Echtzeit zum Geheimdienst übermittel werden können. Die Konstellation wird manchmal auch als SDS bezeichnet (Satellite Data System). Wenn NRO-L61 eine neue Version dieser Reihe repräsentieren sollte, dann wäre das bereits die vierte Generation von Raumfahrzeugen mit dieser Aufgabenstellung.