Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos brachte am 16. Juli den unbemannten Raumfrachter Progress MS-03 auf eine Erdumlaufbahn, die ihn im Laufe der nächsten beiden Tage später zur ISS bringen wird. Es ist dies das zweite von insgesamt drei Nachschubfahrzeugen, welche Russland in diesem Jahr für die Versorgung der Internationalen Raumstation starten wird.

Der Start der Progress erfolgte um 23:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 3:41 Uhr Ortszeit). Acht Minuten und 44 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe erreichte das Raumfahrzeug einen ersten Übergangsorbit, der ein Perigäum von 182 Kilometern, ein Apogäum von 225 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 51,6 Grad aufwies. An Bord des Vehikels befinden sich 2.436 Kilogramm Fracht für die Internationale Raumstation.

Die neue MS-Reihe des altgedienten Progress-Frachters befindet sich noch in der Testphase, ähnlich wie die technisch eng verwandten bemannten Raumfahrtzeuge der Sojus MS-Reihe. Deshalb wird es auch bei dieser Mission nicht das nur sechs Stunden dauernde Standard-Anflugverfahren an die ISS geben, sondern den traditionellen zwei Tage dauernden Transfer. Dies gibt den Flugcontrollern die Gelegenheit, mit dem neuen Fahrzeug eine Reihe von Versuchen durchzuführen. Während Roskosmos bei den vorausgegangenen Missionen MS-01 und MS-02 die meisten „upgrades“ der MS-Serie bereits erprobt hat, geht es bei diesem Zwei-Tage-Transfer um Tests des neuen externen Transportabteils, das es der Progress zukünftig ermöglichen wird, kleine Satelliten abzusetzen.

Alles in allem ist dieser Flug die 155. Mission einer Progress, seit das Programm im Jahre 1978 zur Versorgung der Raumstation Saljut 6 begann. 66 Einheiten wurden bislang für den Nachschub der ISS eingesetzt. Zwei dieser Missionen scheiterten allerdings, nämlich die Flüge von Progress 44 im August 2011 und der Flug von Progress 59 (jeweils in der ISS-Zählung) im April 2015.

Anders als bei den Starts von MS-01 und MS-02 wurde dieses Mal keine Sojus 2.1a als Träger verwendet, sondern deren Vorgängermodell Sojus U. Sie ist mit einer Dienstzeit von 43 Jahren und insgesamt 783 Missionen die am häufigsten eingesetzte und am längsten in Dienst befindliche Trägerrakete der Welt. Ihre Geschichte nähert sich jetzt allerdings langsam dem Ende. Für den Start von Progress MS-03 wurde die drittletzte Einheit dieser Rakete eingesetzt. Die beiden letzten Exemplare dieses Trägers werden für die Starts von MS-04 und MS-05 zum Einsatz kommen.

Bild: Startvorbereitung der Sojus U mit der in der Nutzlastverkleidung eingeschlossenen Progress. Credit: Roskosmos