Eine indische Trägerrakete des Typs PSLV-XL brachte am 22. Juni insgesamt 21 Satelliten auf eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte von der Startrampe 2 des indischen Satish Dhawan Raumfahrtzentrums auf der ostindischen Insel Shriharikota. Es war der vierte indische Orbitalstart des laufenden Jahres und der 36. Einsatz einer PSLV-Rakete.

Die Mission begann exakt zum geplanten Zeitraum, um 5:55 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 9:25 Uhr lokaler Ortszeit). Das kombinierte Gewicht aller Nutzlasten betrug zusammen mit den Adaptern knapp 1.300 Kilogramm. Der erzielte Orbit lag in einer Höhe von 505 Kilometern, mit einer Bahnneigung zum Äquator von 97,5 Grad.

Die Primärnutzlast war der 727 Kilogramm schwere militärische Erdbeobachtungssatellit Cartosat-2C, der die indischen Streitkräfte mit hochauflösendem Bildmaterial im optischen Bereich versorgen soll. Cartosat-2C wurde von der ISRO entwickelt und gebaut. Er ist bereits die fünfte Einheit dieser Serie und der dritte, der für militärische Aufklärung vorgesehen ist. Cartosat-2A und 2B wurden in den Jahren 2008 und 2010 gestartet. Die wiederum basierten auf Cartosat-2, der im Jahre 2007 in den Orbit gebracht wurde und auf dessen Vorgänger Cartosat-1 aus dem Jahre 2005.

Zusätzlich zu dieser Hauptnutzlast befanden sich noch weitere 20 Klein- und Kleinstsatelliten an Bord. 19 davon wurden direkt von der vierten Stufe der PSLV ausgesetzt, einer wird später von einem der Kleinsatelliten freigegeben. Bei den Mini-Raumfahrzeugen handelt es sich um zwölf CubeSats der Flock-2 Konstellation. Das sind mikrominiaturisierte Erdbeobachtungssatelliten, die von den Planet Labs entwickelt und gebaut wurden. Jeder Flock-2 Satellit ist ein fünf Kilogramm schwerer 3-unit Cubsat.

Weitere Raumfahrzeuge an Bord des Trägers waren der zwei Kilogramm schwere Sathyabamasat und der ein Kilogramm schwere Swayam von der Sathayabama Universität und dem Pune College für Ingenieurs-Wissenschaften. Sathyabamasat ist ein zwei Unit-Cubesat der mittels Infrarot-Spektroskopie den Treibhauseffekt der Erdatmosphäre untersuchen soll. Swayam ist ein Ein Unit-Cubesat, der Lageregelungstechnologie für Mikrosatelliten unter Ausnutzung des Erdmagnetfeldes erkunden soll.

Der 130 Kilogramm schwere BIROS (für Berlin Infrared Optical System) ist ein deutscher Technologiesatellit des DLR. Er wurde von Kayser-Threde (Systeme) und Astrofein (Bus) gebaut. Sein anderer Name "Firebird 2" weist auf den Hauptzweck hin, denn er trägt ein Sensorsystem das im optischen und infraroten Bereich arbeitet und Waldbrände aufspüren soll. Zusätzlich trägt er eine Nutzlast, mit denen Laserlinks zwischen Raumfahrzeugen und Bodenstationen erprobt werden sollen und Techniken für autonomes Operieren und Navigation getestet werden sollen. BIROS wird im Laufe seiner mehrjährigen Missionen einen weiteren deutschen Satelliten absetzen, den nur ein Kilogramm schweren BEESAT 4 (Berlin Experimental and Educational Satellite 4) von der Technischen Universität Berlin. Bei BEESAT handelt es sich um einen Ein-unit Cubesat.

Der 15 Kilogramm schwere "Greenhouse Gas Satellite Demonstrator" (GHGSat-D oder Claire) ist ein 15 Kilogramm schwerer Umweltforschungssatellit der Universität Toronto, der die Kohlendioxid-Level und Methan-Level in der Atmosphäre misst.

Der 115 Kilogramm schwere LAPAN-A3 soll vom nationalen Indonesischen Institut für Luftfahrt und der Landwirtschaftlichen Universität von Bogor betrieben werden. Er soll die landwirtschaftlichen Flächen Indonesiens überwachen und Umweltveränderungen messen.

Der 95 Kilogramm schwere "Maritime Monitoring and Messaging Satellite" (M3MSat) ist ein Technologie-Demonstrator der kanadischen Raumfahrtagentur und der "Defence Research and Development Canada". Er wurde von COM DEV gebaut. Mit diesem Satelliten sollen neuartige maritime Grenzsicherungssysteme erprobt werden.

Und der 120 Kilogramm schwere SkySat-C1 schließlich ist der erste operationelle Erdbeobachtungssatellit in der Flotte von Terra Bella (dem vormaligen SkyBox Imaging). Der Satellit wurde von Space Systems Loral gebaut und verfügt über ein leistungsfähges Kamerasystem, mit dem eine Auflösung von 1,1 Meter pro Bildpunkt erzielt werden kann. Insgesamt sollen 25 Satelliten dieser Konstellation gestartet werden.

Bild: Cartosat 2C vor dem Start; Credit: ISRO