Zehn Starts haben die USA in diesem Jahr bisher durchgeführt. Alleine sechs davon gehen auf die Rechnung von SpaceX. Am 15. Juni brachte eine Falcon 9 FT (Full thrust) dieses Unternehmens die beiden Kommunikationssatelliten Eutelsat 117 West B und ABS-2A sicher auf eine supersynchrone Transferbahn. Die Landung der ersten Stufe, die als "experimentell" bezeichnet wurde, scheiterte dagegen knapp.

Die Mission begann auf die Minute pünktlich zum Beginn eines 44 Minuten langen Startfensters um 16:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit (10:29 Uhr Ortszeit) an der SpaceX-Startanlage 40 in Cape Canaveral. Dieses Mal waren statt eines großen Kommunikationssatelliten, wie bei den beiden vorausgegangenen Flügen, zwei kleinere Einheiten an Bord.

Der Flug wurde im Auftrag von Eutelsat und der Asia Broadcast Satellite Ltd. durchgeführt. Bei den Satelliten handelt es sich um praktisch baugleiche Einheiten, eine Variante der bewährten Boeing 702 Plattform mit der Bezeichnung Boeing 702SP. Das Antriebs- und Lageregelungssystem dieser Einheiten wird ausschließlich mit elektrischen Triebwerken betrieben. Dies reduziert den Treibstoffverbrauch auf etwa ein Zehntel der Normalmenge und in der Folge sind diese Satelliten wesentlich leichter als leistungsmäßig ähnliche Einheiten mit chemischen Triebwerken.

Eutelsat 117 West B ist mit 48 Ku-Band Transpondern ausgerüstet und soll Mexiko, Zentralamerika, die Karibik und das nördliche Südamerika mit Kommunikationsdienstleistungen versorgen. ABS 2A trägt ebenfalls 48 Ku-Band Transponder und wird für den südostasiatischen Raum, das östliche Russland, den mittleren Osten und Nordafrika Fernsehen, Rundfunk, Internet und Telefonie zur Verfügung stellen.

Die erste Brennphase der ersten Stufe dauerte zwei Minuten und 36 Sekunden. Drei Sekunden darauf erfolgte die Stufentrennung. Weitere acht Sekunden später zündete das einzelne Merlin-Triebwerk der zweiten Stufe und übernahm den weiteren Antrieb, während die erste Stufe zunächst auf einer ballistischen Bahn ihr Apogäum in einer Höhe von etwa 160 Kilometern überschritt und sich danach wieder den dichteren Schichten der Erdatmosphäre näherte.

Achteinhalb Minuten nach dem Abheben befand sich die Basisstufe der Falcon 9 FT im Endanflug auf die Landeplattform. Der Landeversuch auf der knapp 700 Kilometer vom Startort plazierten unbemannten Plattform (SpaceX bezeichnet es als ASDS oder "Autononmous Spaceport Drone Ship") misslang allerdings knapp. Unmittelbar vor dem Aufsetzen waren die Oxidator-Vorräte der Stufe verbraucht und das Aufsetzen war dadurch so hart, dass die Stufe kippte und weitgehend zerstört wurde. Es war dies der dritte Fehlversuch bei den letzten sieben Missionen. Viermal konnte der Booster unbeschadet geborgen werden. Die Landeversuche sind aber im gegenwärtigen Entwicklungsstadium, gerade bei einer Rückkehr mit sehr hoher Geschwindigkeit und sehr geringen Treibstoffreserven, noch ziemlich experimenteller Natur.

 Die erste Brennphase der zweiten Stufe dauerte sechs Minuten und 35 Sekunden. Danach erfolgte eine Freiflugphase von 16 Minuten und 32 Sekunden, bis dann die zweite Stufe erneut für eine Dauer von 64 Sekunden in Betrieb genommen wurde. Dreieinhalb Minuten nach dem zweiten Brennschluss wurde zunächst Eutelsat 117 freigegeben, weitere fünf Minuten später auch ABS-2A. Insgesamt dauerte die Startmission vom Moment des Abhebens bis zur Freigabe des zweiten Satelliten 35 Minuten und 29 Sekunden. Die Orbitdaten waren: Perigäum: 395 Kilometer, Apogäum: 62.750 Kilometer, Bahnneigung zum Äquator: 24,68 Grad.

Die nächste SpaceX Mission ist derzeit für den 16. Juli geplant. Dann ist wieder eine Dragon-Versorgungsmission zur ISS an der Reihe und ein Landeversuch der Erststufe in Cape Canaveral geplant.

Bild: Falcon 9 am Morgen des Starts. Credit: SpaceX