China brachte am 14. Juni mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3C den Navigationssatelliten Beidou-2 G7 für die Compass/Beidou Konstellation auf eine geostationäre Transferbahn. Es ist dies der dritte chinesische Start eines Navigationssatelliten in diesem Jahr. Das Land arbeitet mit Hochdruck an der Fertigstellung seines globalen Beidou-Systems und wird den dafür ursprünglich geplanten Zeitrahmen voraussichtlich deutlich unterschreiten. Experten gingen bisher davon aus, dass der Fertigstellungstermin um das Jahr 2020 liegt, doch könnte dieses bisherige Ziel um ein bis zwei Jahre unterschritten werden.

Beidou-2 G7 war der 23. Satellit der auf 35 Einheiten ausgelegten Gesamtkonstellation. Am Ende werden 27 Raumfahrzeuge auf mittelhohen Bahnen stationiert sein, fünf auf geostationären Orbits und drei auf inklinierten geostationären Bahnen.

Die Startmission begann um 17:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 3 des zentralchinesischen Raumfahrtzentrums Xichang. Beidou-2 G7 ist noch Bestandteil der Phase II des Ausbaus. Fünf Phase II-Raumfahrzeuge befinden sich auf festen geostationären Positionen, fünf weitere auf inklinierten geostationären Bahnen und vier Einheiten inklusive eines Testsatelliten sind in mittelhohen Orbits platziert. In dieser Ausbaustufe deckt das System das gesamte chinesische Territorium und weite Gebiete der asiatisch-pazifischen Region ab.

China startet aber auch bereits gelegentlich Satelliten der Phase 3. Dennoch ist es notwendig, auch die Phase II zu unterstützen, um das gegenwärtige lokale System in Betrieb zu halten. Beidou-3 - in dem dann die Beidou-2 Konstellation mit aufgehen wird - kann erst dann übernehmen, wenn eine bestimmte Anzahl von Satelliten im Orbit stationiert sind. Von den in diesem Jahr gestarteten drei Einheiten - mehr sind für 2016 nicht vorgesehen - waren zwei für die Ausbaustufe II (neben Beidou-2 G7 war das Beidou-2 IGSO 6) und eine Einheit für die Ausbaustufe III bestimmt. Das war der am 1. Februar gestartete Beidou-3 M3S.

Bild: Start von Beidou-2 G7; Credit: WHT-HTB