Eine Trägerrakete des Typs Proton M Briz M brachte am 9. Juni im Auftrag der International Launch Services (ILS) den Kommunikationssatelliten Intelsat 31 in eine supersynchrone Transferbahn. Der Start verlief am Ende erfolgreich, obwohl eines der vier Zweitstufentriebwerke des Trägers neun Sekunden zu früh abschaltete. Die Briz M Oberstufe konnte die Minderleistung des Trägers aber im weiteren Verlauf des Fluges ausgleichen. Für die schon häufig von Qualitätsproblemen geplagte Proton war dies somit erneut ein „close call“.

Der Start des über 700 Tonnen schweren Trägers hätte bereits einen Tag früher stattfinden sollen, musste aber verschoben werden, weil es Probleme mit einer Steckerverbindung an der Rakete gab. Am 9. Juni verlief der Countdown dann problemlos und der Träger verließ die Startanlage 24 um 9:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Es war dies der zweite Start einer Proton in diesem Jahr. Nach dem Proton M-üblichen Standardaufstieg in eine orbitnahe Suborbitalbahn hatte die Briz M-Oberstufe, die zusammen mit dem Satelliten die Orbitaleinheit bildet, die Aufgabe, das Raumfahrzeug mit insgesamt fünf Brennmanövern auf seine geplante supersynchrone Bahn zu bringen. Die erste Antriebsphase der Briz musste dabei um mehr als 30 Sekunden verlängert werden, um die Minderleistung der zweiten Stufe auszugleichen. Die Orbitaleinheit hatte ihren Teil der Aufgabe mit einer Geschwindigkeit begonnen, die 110 Kilometer pro Stunde unter dem Sollwert lag. Die Treibstoffreserven der Briz M waren aber groß genug, um dieses Defizit ausgleichen zu können. 15 Stunden und 31 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe gab sie Intelsat 31 frei. Der erzielte Orbit wies ein Perigäum von 3.430 Kilometern, ein Apogäum von 65.960 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 29,5 Grad auf.

Der von Space Systems Loral auf Basis der SSL-1300 Plattform gebaute Intelsat 31 wird sich auf 95 Grad westlicher Länge über dem Äquator zu Intelsat 30 gesellen und mit diesem zusammen Telekommunikationsdienstleistungen für den spanisch sprechenden südamerikanischen Raum und die Karibik zur Verfügung stellen. Das Raumfahrzeug wog beim Start 6.450 Kilogramm, die Solargeneratoren leisten am Ende der auf 15 Jahre ausgelegten Lebensdauer noch 20 Kilowatt. Der Satellit ist mit vier C-Band und 72 Ku-Band Transpondern ausgerüstet.

Intelsat 31 war der 12. Satellit, den das in Luxemburg beheimatete Unternehmen mit der Proton gestartet hat. Es war der 28. Kommunikationssatellit von Space Systems Loral für den dieser Träger eingesetzt wurde.

Bild: Die Proton M beim Start. Credit: ILS