China brachte am 30. Mai einen neuen zivilen Erdbeobachtungssatelliten sowie zwei Kleinraumfahrzeuge für eine argentinische Konstellation in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Die Mission wurde vom Raumfahrtzentrum Taiyuan aus durchgeführt, als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 4B eingesetzt.

Die Mission begann um 5:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 9 des nordchinesischen Raumfahrtzentrums. Es war die fünfte chinesische Mission des laufenden Jahres. Wenige Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurden die drei Raumfahrzeuge in einer Bahn mit einem Apogäum von 500 Kilometern, einem Perigäum von 495 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,4 Grad abgesetzt.

Bei dem chinesischen Satelliten handelt es sich um die zweite Einheit der Ziyuan-3 Reihe. An Bord befindet sich eine Reihenanordnung von drei Kameras für 3D-Aufnahmen sowie ein Infrarot-Spektralscanner. Der erste Satellit dieser Serie war 2012 gestartet worden und ist nach wie vor funktionstüchtig. Somit verfügt China nun über zwei Spezialsatelliten für Stereoaufnahmen mit einer Bildauflösung von bis zu 2,5 Metern pro Bildpunkt.

Das 2.630 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wurde von CAST/BISSE (China’s Academy of Space Technology und dem Beijing Institute of Spacecraft System Engineering) für das chinesische Ministerium für Land- und Ressourcenplanung entwickelt und gebaut. Es entstand auf der Basis einer modifizierten ZY-2 Plattform. Das Ziyuan-Programm  deckt sowohl zivilen wie auch militärischen Bedarf ab. Die Satelliten der Ziyuan 1 und 2-Serien dienen dabei vor allem dem Aufklärungsbedarf des Militärs.

Bei dieser Mission waren noch zwei Kleinsatelliten eines südamerikanischen Landes an Bord, nämlich NuSat-1 und NuSat-2. Es sind dies die beiden ersten Satelliten der argentinischen Aleph-1 Konstellation. Die Kleinraumfahrzeuge werden von der Satellogic S.A. gebaut und betrieben. Die Konstellation soll in ihrer Endausbaustufe 25 Satelliten umfassen. Die Einheiten sind jeweils 37 Kilogramm schwer und haben eine Größe von 45 x 45 x 80 Zentimetern. Sie sollen kommerziell verfügbare Echtzeitbilder der Erde mit einem Auflösungsvermögen von bis zu einem Meter liefern und zusätzlich für Funkamateure zur Verfügung stehen. NuSat-1 trägt den Namen „Fresco“, NuSat-2 wird als „Batata“ bezeichnet.