Russland hat einen neuen Glonass-Navigationssatelliten in den Orbit gebracht. Der Mission begann am 29. Mai um 10:44 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 43/3 des Raumfahrtzentrums Plesetzk in Nordrussland. Das Glonass-Navigationssatellitensystem ist gegenwärtig die einzige globale Alternative zum US Satellitennavigationssystem GPS. Erst danach kommt das chinesische Beidou/Kompass-System, das sich ebenfalls schnell der globalen Ausbaustufe nähert. Die Entwicklung des russischen Glonass-Systems begann bereits Mitte der siebziger Jahre. Als Träger für diese Mission kam eine Rakete des Typs Sojus 2.1b „Fregat“ zum Einsatz.

Bei dem neuen Raumfahrzeug handelt es sich um Glonass Nr. 53. Nach dem erfolgreichen Start erhielt er von den russischen Streitkräften die generische Zählnummer Kosmos 2516. Die Trennung des Raumfahrzeugs von der Fregat M-Oberstufe des Trägers erfolgte um 14:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der Einschuss in den Zielorbit gelang mit hoher Präzision. Er wies ein Perigäum von 19.125 Kilometern, ein Apogäum von 19.150 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 64,82 Grad auf. Nach dem Absetzen des Satelliten führte die Fregat ein weiteres Brennmanöver durch, um sich aus der Bahnebene der Glonass-Satelliten wieder herauszumanövrieren.

Derzeit braucht Russland die letzten verfügbaren Glonass-M Satelliten auf. Nach dem Start von Kosmos 2516 sind jetzt noch sieben Stück davon verfügbar. Sie werden nach und nach durch die neueren Einheiten des Typs Glonass K ersetzt. Deren Indienststellung leidet aber derzeit an dem Russland-Embargo, das der Westen nach der Besetzung der Krim über Russland verhängte, denn die Satelliten der K-Serie verfügen über eine im Westen (bei Alcatel Alenia Space) produzierte Elektronik.

Bild: Sojus 2.1b "Fregat M" mit Glonass Nr. 53 beim Start; Credit: VKS