Am 25. Mai brachte eine russische Trägerrakete des Typs Sojus STB Fregat die Flugeinheiten Nummer 10 und 11der Einsatzkonstellation des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo in den Orbit. Rechnet man die Vorseriensatelliten mit, dann sind es bereits die Satelliten Nummer 13 und 14. Der Liftoff erfolgte um 10:48 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Die beiden neuen Raumfahrzeuge tragen die Namen Danielè und Alizeé.

Die Sojus STB ist eine tropentaugliche Variante des russischen Standardträgers Sojus 2.1b. Sie wird im Auftrag von Arianespace von Kourou aus eingesetzt. Um das zu kennzeichnen trug die Mission auch die Bezeichnung VS15 (Vol Sojus Nummer 15). Die jeweils 715 Kilogramm schweren Satelliten wurden von OHB in Bremen hergestellt, das Gesamtgewicht der Nutzlast inklusive des Dispensers betrug 1.603 Kilogramm. Die Navigationsausrüstung stammt von der britischen Surrey Satellite Technology Ltd. Die beiden Solargeneratoren jedes Satelliten erzeugen zu Beginn der Mission etwa 1,9 Kilowatt an elektrischer Leistung.

Bei den Starts der Galileo-Raumfahrzeuge gibt es kein Startfenster. Entweder beginnt die Mission exakt zur vorausberechneten Sekunde,  oder der Start muss um mindestens 24 Stunden verschoben werden. Auch dieses Mal traf die Sojus-Trägerrakete den Startzeitpunkt genau und brachte die Orbitaleinheit, bestehend aus der Fregat-Oberstufe und den beiden Satelliten innerhalb von neuneinhalb Minuten auf eine suborbitale Übergangsbahn, bevor dann die Fregat die weitere Beschleunigung übernahm. Gut 13 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe war ein hochelliptischer Orbit mit einem Apogäum von 23.500 Kilometern und einem Perigäum von 250 Kilometern erreicht. In den nachfolgenden drei Stunden und 15 Minuten stieg die Orbitaleinheit antriebslos auf das Apogäum der Bahnellipse. Dort wurde das Triebwerk der Fregat erneut für vier Minuten und 30 Sekunden gezündet. Danach war der kreisförmige Zielorbit erreicht. Drei Stunden und 48 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe und fünfeinhalb Minuten nach dem zweiten Brennschluss gab die Fregat-Oberstufe die beiden neuen Einheiten frei.

Bei diesem Flug wurde die Bahnebene A der Konstellation angesteuert. Wie auf allen drei Bahnebenen liegt auch hier die Zielinklination bei 56 Grad.

Die nächsten vier Serieneinheiten sollen an Bord einer Ariane 5 ES im November dieses Jahres starten.

Bild: Startposter

Credit: Arianespace