Langsam wird es eng bei Elon Musk. Zumindest in seiner Lagerhalle für sicher zurückgekehrte Trägerraketen. Das Landeverfahren für die Falcon 9-Erststufen klappt nun offensichtlich auch unter schwierigen Randbedingungen. Auch Rückkehrversuche, mit experimentellem Charakter bei denen mit einer unbeschädigten Rückkehr der Raketen eigentlich nicht zu rechnen war, gelingen inzwischen.

Am 6. Mai, um 7:21 Uhr mitteleuropäischer Zeit begann die Mission einer Falcon 9 FT (Full Thrust) mit der Aufgabe, den japanischen Kommunikationssatelliten JSAT 14 in einem geostationären Transferorbit abzuliefern. Das Gewicht des Raumfahrzeug war dabei eher am oberen Ende der Nutzlastkapazität der Falcon 9 für Missionen in den geostationären Transferorbit angesiedelt. Die für die Stufentrennung erforderliche Geschwindigkeit lag dabei im Bereich von etwa 8.500 Kilometern pro Stunde, über 2.500 Kilometer pro Stunde mehr, als beispielsweise bei der Orbcomm-Mission im Dezember, als erstmals die Landung einer Falcon 9-Erststufe glückte.

Die höheren Anforderungen bei diesem Flug bedeuteten, dass die zurückkehrende Stufe zum einen mit einer wesentlich höheren thermischen Belastung beim Wiedereintritt fertig werden musste, und zum anderen deutlich weniger Treibstoff für das Wiedereintritts-Brennmanöver und die Landung selbst zur Verfügung hatte. Eine der im Standardverfahren sonst üblichen drei Brennphasen, der so genannte Boostback-Burn, musste ganz entfallen. Das hatte zur Folge, dass das Bergungsschiff, die unbemannte Barke „Of course I still love you“ fast 700 Kilometer östlich von Cape Canaveral Stellung beziehen musste.

Ein wenig Statistik: Der Einsatz war die 24. Falcon 9-Mission insgesamt, davon  die 23. erfolgreiche, der vierte Einsatz einer Falcon 9 FT und der fünfte erfolgreiche SpaceX-Flug in weniger als fünf Monaten. Es war die dritte erfolgreiche Landung bei insgesamt sieben Versuchen auf unbemannten maritimen Plattformen seit dem Januar 2015. Davor hatte es schon einige experimentelle Landungen auf dem Wasser gegeben. Und es war der neunte Satellit, den SpaceX auf einen geostationären Transferorbit brachte.

Die Landung war aber nur der sekundäre Teil der Mission. Der Hauptauftrag, das Abliefern von JSAT-14, verlief ebenso perfekt und machte den Erfolg vollständig. Die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe erfolgte zwei Minuten und 41 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe, danach übernahm die mit einem einzelnen Merlin-Triebwerk ausgerüstete Oberstufe den weiteren Transport des Satelliten in den Orbit.

Etwa neun Minuten nach dem Verlassen der Startrampe – die erste Stufe stand zu diesem Zeitpunkt bereits sicher auf dem Bergungsschiff – erreichte die zweite Stufe mit dem Satelliten eine erste Übergangsbahn in einer Höhe von 165 Kilometern. Knapp 18 Minuten später zündete die zweite Stufe erneute für eine Minute und brachte den Satelliten auf die Absetzbahn mit einem Perigäum von 165 Kilometern und einem Apogäum von 35.600 Kilometern. 36 Minuten nach Beginn der Mission gab die Stufe das Raumfahrzeug frei und vervollständigte den Erfolg der Mission.

Der Auftraggeber der Mission war die in Tokio ansässige Sky Perfect JSAT-Corporation. Der Satellit wurde von Space Systems Loral auf Basis der SSL 1300 Plattform gebaut. Er trägt 26 C-Band  und 18 Ku-Band-Transponder. Die beiden Solargeneratoren sind so konstruiert, dass sie gegen Ende ihrer Einsatzzeit noch etwa 10 Kilowatt an elektrischer Leistung erbringen. Das Gewicht des Satellit beim Start wurde nicht bekannt gegeben, doch dürfte es bei ziemlich genau 4.700 Kilogramm gelegen haben.

Das neue Raumfahrzeug soll JCSAT 2A ersetzen, der seit 2002 auf 154 Grad östlicher Länge Dienst tut. Das Unternehmen geht davon aus, dass das neue Raumfahrzeug nach erfolgreicher Test- und Indienststellungsphase im Juli seine Aufgaben übernehmen kann. Danach soll es in JCSAT 2B umbenannt werden.

Bild: Langzeitbelichtung des Starts von JCSAT-14 am 6. Mai

Credit: SpaceX