Das ging auf Schlag auf Schlag. Im Abstand von nur jeweils sieben Wochen brachte die indische Weltraumagentur ISRO die letzten drei Einheiten ihres nationalen Navigationssatellitennetzes in den Orbit. Vor dem Start am 28. April mit der Serieneinheit IRNSS-1G war am 10. März IRNSS-1F und am 20. Januar IRNSS-1E in den Orbit gebracht worden. Als Träger kam jedes Mal eine Rakete des Typs PSLV XL zum Einsatz. Startort war das Satish Dhawan Raumfahrtzentrum auf der ostindischen Insel Shriharikota. Die erste Einheit der Konstellation, IRNSS-1A, war im Juli 2013 gestartet worden.

IRNSS steht für „Indian Regional Navigation Satellite System“. Dieses System besteht aus drei Satelliten in nahezu fixen geostationären Orbits und vier Einheiten in inklinierten geostationären Orbits mit einer Bahnneigung zum Äquator von 29 Grad. Die Raumfahrzeuge wurden von der ISRO auf Basis der eigenen Satellitenplattform 1-K gebaut und wiegen beim Start etwa 1.485 Kilogramm. Wie seine zuvor gestarteten „Kollegen“ soll auch IRNSS-1G mindestens 12 Jahre im Einsatz bleiben. Es sind noch vier weitere Einheiten dieser Reihe produziert worden. Die bleiben aber so lange am Boden, bis einer der Orbiteinheiten entweder ausfällt oder nicht mehr die volle Leistungsfähigkeit aufweist.

Der Träger verließ die Startanlage 1 des Satish Dhawan Space Center auf der Insel Shriharikota an der indischen Ostküste um 9:20 Uhr Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 12:50 Uhr lokaler Ortszeit. Es war dies der 35. Einsatz einer PSLV und dabei der 13. Einsatz in der stärksten Variante dieses Trägers, die mit sechs Feststoffboostern verstärkt ist. Vier dieser Zusatz-Antriebseinheiten mit einer Brenndauer von jeweils 55 Sekunden zündeten dabei am Boden, zwei weitere nach 25 Flugsekunden.

19 Minuten und 34 Sekunden nach dem Start gab die PSLV den Satelliten frei. Die Bahndaten waren: Perigäum 276 Kilometer, Apogäum 20.639 Kilometer, Inklination zum Äquator 17,86 Grad. Vier Brennmanöver des bordeigenen Antriebssystems mit seinem 440 Newton-Haupttriebwerk werden das Raumfahrzeug nun auf seine endgültige Bahn bringen. IRNSS 1G wird in einer Höhe von 36.000 Kilometern über einer Position von 32,5 Grad östlicher Länge stationiert werden und ist damit einer von den drei Einheiten, die auf nahezu festen geosynchronen Positionen stehen.

Bild: IRNSS-1G wird in der Nutzlastverkleidung eingeschlossen.

Credit: ISRO