Nach drei vergeblichen Anläufen, einmal wegen schlechten Wetters und einmal wegen eines technischen Problems, startete am 22. April von Kourou aus eine Trägerrakete des Typs Sojus STA in eine polare Erdumlaufbahn und brachte dabei insgesamt fünf Satelliten in den Orbit. Die Mission wurde von Arianespace als VS 14 bezeichnet. Diese Abkürzung steht für "Vol Sojus 14" und bedeutet, dass es sich dabei um die insgesamt 14. Mission einer russischen Sojus 2 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus handelt. Es war dies der 1.858. Start einer Rakete, die auf die legendäre R-7 des sowjetischen Konstrukteurs Koroljow zurückgeht.

Bei der Sojus STA handelt es sich um eine von zwei tropentauglichen Versionen der  Sojus 2. Sie entspricht dabei der Sojus 2.1a. Die zweite Variante, die Sojus STB ist das Kourou-äquivalent zur Sojus 2.1b. Die Startmission nahm um 23:02 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Guyana Space Center ihren Anfang und dauerte über vier Stunden, da in einer Folge komplexer Manöver die fünf Nutzlasten auf unterschiedlichen hohen Orbits abzuliefern waren. Zunächst war nach etwa 19 Minuten eine kreisförmiger Orbit in einer Höhe von etwa 690 Kilometern erreicht.

Hauptnutzlast an Bord der Trägerrakete ist die 2.164 Kilogramm schwere Erdbeobachtungsplattform Sentinel 1B, der 23 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe von der Fregat-Oberstufe ausgesetzt wurde. Es ist dies der Schwestersatellit des vor fast genau zwei Jahren gestarteten Sentinel 1A, der seinerzeit mit einer Sojus STB in den Orbit gebracht worden war. Beide Einheiten sind mit einem C-Band Radar ausgerüstet. Der Vorteil gegenüber einer optischen Ausrüstung besteht darin, dass man mit Radar die Erde rund um die Uhr beobachten kann. Auch die Bewölkung spielt dann keine Rolle. Die Tatsache, dass zwei Radarsatelliten gleichzeitig im Einsatz sind, erhöht die Überflugfrequenz. Beide Faktoren zusammen haben zur Folge, dass Radarsatelliten vor allem für die permanente Beobachtung sich schnell entwickelnder Phänomene wie zum Beispiel Flutkatastrophen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen eine große Hilfe sind, um beispielsweise Hilfskräfte effizient zu koordinieren.

Die Radardaten können aber auch genauso gut für länger anhaltende Prozesse eingesetzt werden, beispielsweise für die Beobachtung des Abschmelzens der Polareiskappen oder das mögliche Anwachsen des Meeresspiegels. Hauptauftragnehmer für Sentinel 1A und 1B war Thales Alenia in Cannes. Beauftragt wurden sie von der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Copernicus-Erdbeobachtungsprogrammes.

Neben dieser Hauptnutzlast befanden sich noch vier weitere Satelliten an Bord des Trägers. Der größte ist der 303 Kilogramm schwere "MICROSCOPE", den die französische nationale Weltraumagentur CNES in Auftrag gegeben hat. Er basiert auf der Myriade-Plattform und soll physikalische Grundlagenforschung durchführen. Als weitere Passagiere sind noch drei Cubesats an Bord des Trägers: Der dänische AAUSAT4, der italienische A-St@r-2 und der belgische OUFTI-1. Sie wurden im Rahmen des ESA-Educational Programms "Fly your satellite" finanziert und gebaut.

Nach dem Absetzen von Sentinel 1B führte die Fregat nach einer zweistündigen Driftphase ein Bahnanpassungsmanöver durch. Danach befand sie sich auf einem Orbit mit einem Perigäum von 453 Kilometern und einem Apogäum von 665 Kilometern. Dort setzte sie die drei Cubesats aus. Die Umlaufbahn ist so niedrig, dass  die Mini-Raumfahrzeuge innerhalb von etwa 20 Jahren wieder von selbst wieder in die Erdatmosphäre eintreten werden. Danach erhöhte die Fregat mit zwei Brennmanövern ihre Umlaufbahn wieder, dieses Mal auf eine kreisförmige Bahn in 710 Kilometern Höhe, und setzte vier Stunden und 52 Sekunden nach dem Beginn der Mission auch den MICROSCOPE-Satelliten aus. Schließlich führte die Stufe15 Minuten darauf noch ein letztes Brennmanöver von 29 Sekunden Dauer durch, und verringerte damit das Apogäum ihrer Flugbahn so, dass sie über dem Südatlantik wieder in die Erdatmosphäre eintrat und verglühte.

Bild: Startposter der Mission VS-14.

Credit: Arianespace