Beim letzten russischen Start des Jahres 2015 brachte eine Trägerrakete des Typs Proton M Briz M den Kommunikationssatelliten Ekspress AMU1 in eine geostationäre Transferbahn. Der Einsatz des Trägers dauerte in einem Proton-üblichen Flugprofil mehr als neun Stunden. Die Mission begann um 22:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 39 in Baikonur. Tags zuvor hatte der Start noch wegen zu starker Höhenwinde abgesagt werden müssen.

Die ersten drei Antriebsstufen des Trägers brachten zunächst die Orbitaleinheit, bestehend aus der Briz-M Viertstufe und dem Satelliten, in eine orbitnahe Suborbitalbahn. Ein erstes Brennmanöver der Briz-M brachte die Kombination daraufhin in einen niedrigen Parkorbit. In den darauf folgenden neun Stunden führte die Briz M vier weitere Betriebsphasen mit Brennzeiten zwischen fünf Minuten und 45 Sekunden und 21 Minuten und 39 Sekunden Dauer durch. Neun Stunden und 12 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage gab die Briz M den Satelliten frei.

Das Raumfahrzeug war von Airbus Defence und Space im Auftrag der Russian Satellite Communications Company (RSCC) gefertigt worden. Er wurde auf Basis der Eurostar 3000 Plattform gebaut und trägt 71 Transponder für den Ku-Band und Ka-Band Bereich. Das Raumfahrzeug hat eine Startmasse von 5.700 Kilogramm. Die beiden Solargeneratoren erzeugen eine Leistung von 15 Kilowatt.

Ekspress AMU 1 führt auch die Bezeichnung Eutelsat 36C, denn ein Teil seiner Kapazitäten ist von Eutelsat angemietet worden. Er soll auf seiner Arbeitsposition auf 36 Grad östlicher Länge mittelfristig auch Eutelsat 36A ablösen, der schon über 15 Jahre alt ist. Auf derselben Position steht auch der neuere Eutelsat 36B. Für RSCC soll er Kommunikationsdienste im europäischen Teil Russlands durchführen und für Eutelsat ein ähnliches Dienste-Spektrum in den Sub-Sahara-Ländern Afrikas.