Am 16. Dezember brachte die indische Raumfahrtagentur ISRO mit einer Trägerrakete des Typs Polar Satellite Launch Vehicle (PSLV) insgesamt sechs Satelliten für Singapur in den Orbit. Es war bereits der fünfte indische Start in diesem Jahr, mehr als je zuvor in einem solchen Zeitraum. Der Flug verlief in jeder Phase perfekt, und gut 21 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe war das letzte der sechs Raumfahrzeuge abgesetzt.

Die PSLV wurde für diesen Flug in der Version CA (Core Alone - ohne Zusatzbooster) eingesetzt, das ist die schwächste Variante dieses Trägers. Die Mission trug die Flugnummer C29. Es war also der 29. Einsatz der PSLV, von denen 27 erfolgreich verliefen. Die Rakete verließ die Startrampe am Satish Dhawan Startzentrum auf der Insel Shriharikota exakt um 18:00 Uhr Ortzeit (13:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Die Mission begann am "First Launch Pad" (FLP), der älteren der zwei Startanlagen im Gelände. 17 Minuten und 22 Sekunden nach dem Abheben erfolgte der Brennschluss der vierten Stufe. Danach hatte die Kombination aus der Endstufe und den sechs Satelliten eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe, mit einer Bahnneigung von 15 Grad zum Äquator, erreicht.

Als erstes der sechs Raumfahrzeuge wurde 47 Sekunden nach dem Brennschluss TeLEOS-1 freigegeben, ein 400 Kilogramm schwerer Erdbeobachtungssatellit, der von Singapore Technologies (ST) entwickelt und gebaut wurde. TeLEOS ist ein über alle drei Achsen lagegeregelter Satellit mit einer geplanten Lebensdauer von mindestens fünf Jahren. Seine vier Solargeneratoren erbringen eine Leistung von 680 Watt. Die Kamera-Ausrüstung wird den Satelliten in die Lage versetzen, Bilder mit einer Auflösung von drei Metern pro Bildpunkt zu produzieren.

30 Sekunden danach wurde Kent Ridge-1 freigegeben, ein 78 Kilogramm schwerer Mikro-Satellit, der um den LEOS-50 Plattform der deutschen Firma Berlin Space Technologies herum konstruiert wurde. Dieser Satellit trägt zwei Hyperspektralkameras. Eine für Auflösungen von 44 Meter pro Bildpunkt, die andere für Auflösungen von 110 Metern pro Bildpunkt. Die Schwadbreiten betragen 48, resp. 56 Kilometer.

Dann folgten VELOX-C1 und VELOX-II. Ersterer ist ein 123 Kilogramm schwerer Mikrosatellit, dessen Aufgabe die Erforschung der Erdatmosphäre sein wird. Der andere ist ein 12 Kilogramm schwerer Technologiesatellit, mit dem Kommunikationsexperimente durchgeführt werden sollen. VELOX-C1 wurde gleichzeitig mit Kent Ridge-1 freigegeben, VELOX-II 30 Sekunden danach.

Noch einmal 15 Sekunden später folgte Galassia, ein 2-Einheiten-Cubesat der für die Ionosphären-Forschung eingesetzt wird. Und am Schluss, noch einmal eine knappe Minute später, wurde Athenoxat-1 freigegeben, ein drei Einheiten großer Cubesat, der ein Bildaufzeichnungsverfahren testen soll, mit dem die Nachtseite der Erde beobachtet werden kann.

67 Minuten und 30 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe führte die vierte Stufe noch ein zweites Brennmanöver von 4,5 Sekunden Dauer durch. Es hatte für die Trägermission keine Bedeutung sondern war nur ein technischer Test, um die Wiederstartfähigkeit der Stufe zu erproben.

 

Bild: TeLEOS-1 war der größte, der sechs Satelliten an Bord von PSLV Nr. 29. Credit: ISRO