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Die Serie unangekündigter militärischer Orbitalmissionen Chinas der letzten Wochen hält weiter an. Am 27. Dezember starteten die Streitkräfte Yaogan 26, bei dem es sich entweder um einen Radaraufklärer oder einen optischen Beobachtungssatelliten der chinesischen Streitkräfte handelt. Als Träger wurde eine Langer Marsch 4B eingesetzt. Es war dies bereits der siebte Yaogan-Start in diesem Jahr. „Yaogan“ ist eine generische Bezeichnung, die nichts über den Einsatzzweck der Raumfahrzeuge vermittelt. Sie ist vergleichbar mit der russischen „Kosmos“-Bezeichung. Sicher ist hier nur, dass es sich dabei jeweils um militärische Raumfahrzeuge handelt.

Die Mission begann erfolgte um 4:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startanlage 9 des nordchínesischen Satellitenstartzentrums Taiyuan aus. Die stereotype Erläuterung der offiziellen chinesischen Medien zu den Starts der Yaogan-Raumfahrzeuge besagt in jeweils nahezu exakt gleichlautendem Wortlaut, dass die Aufgabe des (jeweiligen) Satelliten in wissenschaftlichen Experimenten, der Erkundung von Bodenschätzen, der Durchführung von Erntevorhersagen sowie dem Desaster Monitoring dient.

Der neue Satellit wurde in eine Umlaufbahn mit einer Bahnhöhe von 490 Kilometer bei einer Inklination von 97,4 Grad eingeschossen. Dies deutet auf einen optischen Aufklärer der Yaogan 5-Klasse hin, von der insgesamt drei Einheiten gestartet wurden.Aufgrund der verwendeten Nutzlastverkleidung kann man davon ausgehen, dass dieses Raumfahrzeug ein neuer Typ mit größeren Abmessungen ist, wahrscheinlich die zweite Einheit der Jianbing-11 Serie, der inzwischen schon vierten Generation elektro-optischer (digitaler) Aufklärungssatelliten.

Diese Satelliten werden von der China Academy of Space Technology (CAST) auf Grundlage der Phoenix-Eye 2 Plattform gebaut. Der erste Satellit dieser Reihe war Yaogan 14, der am 10. Mai 2012 ebenfalls mit einer Langer Marsch 4B von der selben Startrampe in Taiyuan gestartet wurde, wie jetzt Yaogan 26.