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Die russische Jahresendralley an Starts hält weiter an. Nur zwei Tage nach dem Erstflug der Angara 5 von Plesetzk startete am 25. Dezember vom gleichen Startort eine Sojus 2.1.b in einen niedrigen Erdorbit und lieferte dort einen elektronischen Aufklärungssatelliten der Lotos-Klasse ab. Mit diesen Raumfahrzeugen hören Russlands Geheimdienste Funkverkehr ab und spähen weltweit elektronische Datenübermittlung aus. Sie ergänzen die optischen Bildaufklärer und die Radaraufklärer. Die Vereinigten Staaten und China betreiben ähnliche Systeme.

Lotos ist eine von zwei Komponenten im russischen Aufklärungsprogramm für elektronische Signaturen. Das andere System trägt den Namen Pion und ist vor allem auf die Marineaufklärung spezialisiert. Beide Programme zusammen laufen unter dem Begriff „Liana“. Der Satellit wurde vom Moskauer Arsenal Design Büro entwickelt und auf Basis der von Progress gebauten Yantar-Plattform hergestellt und wiegt etwa sechs Tonnen.

Der Start war um 4:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Rampe 43/3 des nordrussischen Weltraumbahnhofs aus erfolgt.

Bei Lotos-S Nr. 2 handelt es sich um einen Vorserien-Satelliten. Er folgt einem ersten Prototypen, die schon im Jahre 2009 gestartet worden war. Die Lotos-Satelliten umkreisen die Erde in einer Höhe von etwa 900 Kilometern bei einer Bahnneigung zum Äquator von 67 Grad. Um die Radiosignale auf dem Boden empfangen zu können, verfügen sie über eine große Entfaltantenne. Bilder des Satelliten liegen noch nicht vor. Das hier gezeigte Bild ist eine Skizze des Raumfahrtjournalisten und –grafikers Anatoli Zak.