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Sojus 2.1wAm 28. Dezember wurde, beim letzten Start des Jahres 2013, vom Kosmodrom Plesezk aus erstmals eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1w eingesetzt. Der Jungfernflug des neuen Trägers begann um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Nutzlast bestand aus einem Gewichtsdummy, zwei Radarkalibrierungskugeln und dem wissenschaftlichen Satelliten AIST 1. Die Erstmission des neuen Trägers war zuvor über Monate hinweg immer wieder verschoben worden.


Alle Nutzlasten wurden erfolgreich abgesetzt. Während die Kalibrierungs-Zielkörper zur Eichung von russischen Radar-Bahnverfolgungsanlagen auf der Erde dienen, hat AIST 1 einen wissenschaftlich-technischen Hintergrund. Der Satellit wurde an der Technischen Universität Samara weitgehend von Studenten entwickelt und gebaut. Mit den Instrumenten an Bord soll das Erdmagnetfeld vermessen und Mikro-Meteoriteneinschläge erfasst werden. Das Gewicht des Satelliten beträgt 53 Kilogramm.

Die Sojus 2.1w  ist eine auf der Basis des Zentralblocks der Sojus entwickelte neue Trägerrakete für Nutzlasten bis 2.800 Kilogramm für den niedrigen Erdorbit, resp. etwa 1.400 Kilogramm für polare Umlaufbahnen. Sie besteht in ihrer Grundversion aus nur zwei Stufen, wobei die erste Antriebseinheit gegenüber dem Original-Zentralblock der traditionellen Sojus verlängert und im Durchmesser von 2,0 auf 2,7 Meter vergrößert und mit einem NK-33 Triebwerk ausgerüstet ist. Dieses Einkammertriebwerk stammt von der russischen Rakete N 1, die ursprünglich für das sowjetische Mondprogramm vorgesehen war. Die zweite Stufe wurde von der Sojus 2.1b übernommen. Die Gesamtlänge des Vehikels beträgt 44 Meter.

Als Oberstufe kam die ebenfalls neu entwickelte „Wolga“ zum Einsatz, die für Nutzlasten eingesetzt wird, für welche die Fregat überdimensioniert ist. Diese neue Stufe kann auch auf allen anderen Versionen der Sojus eingesetzt werden.

Laut Roskosmos funktionierten alle Komponenten der Rakete einwandfrei und die Nutzlasten wurden gegen 16.10 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf Bahnen zwischen 600 und 626 km Höhe bei einer Neigung von 82,4 Grad gegen den Erdäquator ausgesetzt.