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Gaia Fairing LogoAm 19. Dezember transportierte eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1b Fregat im Rahmen der Arianespace-Mission VS06 ein Weltraumteleskop der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA in den Weltraum. Nach dem erfolgreichen Start befindet sich das Teleskop derzeit auf einer Flugbahn zum Librationspunkt 2, der sich etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet. Diese Position wird sie in etwa drei Wochen erreichen, und dort wird das Beobachtungsinstrument zukünftig stationiert werden.

Der Start erfolgte vom Europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus. Die in Russland von TsSKB-Progress gebaute Sojus-Rakete mit einer Fregat-Oberstufe vom russischen Hersteller NPO Lawotschkin hob wie geplant um 10.12 Uhr und 19 Sekunden mitteleuropäischer Zeit ab. Zwölf Minuten und 39 nach dem Verlassen der Startrampe befand sich die Fregat-Oberstufe und Nutzlast auf einer kreisförmigen Parkbahn 175 Kilometer über der Erde.

Die zweite Brennphase der Fregat-Oberstufe begann 21 Minuten und 25 Sekunden nach dem Abheben und endete nach 36 Minuten und 59 Sekunden Gesamtflugzeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Raumfahrzeug die für den Transfer zum Librationspunkt 2 notwendige Erdfluchtgeschwindigkeit erreicht. 41 Minuten und 49 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe wurde das 2.100 Kilogramm schwere Weltraumteleskop von der Fregat-Oberstufe abgesetzt.  

Eine Stunde und 17 Minuten nach dem Abheben begann die Entfaltung von Gaias mehr als 10 Meter durchmessendem Sonnenschild. Ohne ihn kann das Teleskop seinen Beobachtungsauftrag nicht durchführen.  Zehn Minuten später war der Vorgang erfolgreich abgeschlossen. Aufgabe dieses Schildes wird es sein, eine definierte Arbeitstemperatur der Beobachtungsinstrumente an Bord von Gaia sicherzustellen.

Bereits während des Transfers zum Lagrangepunkt 2 beginnt die rund vier Monate dauernde Indienststellungsphase. In ihrem Rahmen werden sämtliche Systeme und Instrumente an Bord des Weltraumteleskops aktiviert und soweit erforderlich kalibriert. Sobald das Weltraumteleskop einsatzbereit, kann es Daten für die bisher genaueste Karte unserer Milchstraße sammeln, und Hinweise auf Ursprung und Entstehung unserer Heimatgalaxis liefern.