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Proton MAm Mittag des 8. Dezember brachte eine Proton M Briz M Trägerrakete vom russischen Kosmodrom Baikonur aus den Kommunikationssatelliten Inmarsat 5 F1 auf eine supersynchrone Transferbahn. Inmarsat 5 F1 ist der erste einer Serie von vier Satelliten des so genannten GlobalXpress-Service, mit dem Inmarsat eine weltweite Abdeckung von Telekommunikationsdiensten für den privaten Flugverkehr anstrebt. Boeing hatte die ersten drei Einheiten im August 2010 für einen Preis von etwa 740 Millionen Euro bestellt.

Die Startsequenz begann um 13.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das Absetzen der Orbitaleinheit und die darauf folgenden fünf Antriebsphasen der Briz M Oberstufe verliefen erfolgreich. 15 Stunden und 31 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurde der Satellit abgesetzt. Die Bahndaten zu diesem Zeitpunkt lauteten wie folgt: Perigäum 4.340 Kilometern, Apogäum 65.000 Kilometern und Bahnneigung zum Äquator von knapp 27 Grad. Von dort wird sich das Raumfahrzeug nun mit seinem Bordtriebwerk selbst in die endgültige Geostationäre Bahn bringen.

Inmarsat 5 F1 wurde von Boeing auf der Basis der BSS-702HP Plattform gebaut. Er weist eine Startmasse von 6.100 kg auf und verfügt für Bahnänderungen und Lageregelung über elektrisch betriebene Ionentriebwerke, die Xenon als Stützmasse verwenden. Der Satellit bezieht Energie für Antrieb und Nutzlast aus zwei entfaltbaren Paneelen, die mit Galliumarsenid-Solarzellen belegt sind. Sie leisten zu Beginn der auf 15 Jahre veranschlagten Einsatzzeit etwa 15 Kilowatt, und gegen Ende ihrer Einsatzperiode noch 13,8 Kilowatt Leistung.

Die Kommunikationsnutzlast umfasst 89 Ka-Band-Transponder und soll hauptsächlich Breitbandkommunikation von und zu Flugzeugen ermöglichen, darunter Videostreaming in hoher Qualität sowie die Weiterleitung von Sprachbotschaften und Daten.

Das Raumfahrzeug wird auf 63 Grad östlicher Länge stationiert werden, und damit die Zone rund um den Indischen Ozean abdecken. Der nächste GlobalXPress Satellit soll – ebenfalls auf einer Proton M – im Mai 2014 gestartet werden. Die dritte Einheit wird dann gegen Ende nächsten Jahres auf die Reise gehen. Der vierte Satellit wird vorläufig als Reserveeinheit am Boden bleiben