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Göktürk2Am 18. Dezember wurde der Satellit Göktürk 2 an der Spitze einer chinesischen Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2D erfolgreich gestartet. Startort war der Weltraumbahnhof Jiuquan in Nordchina. Die genaue Startzeit war um 16:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Bei Göktürk 2 handelt es sich um einen weitgehend in der Türkei entwickelten und gebauten Erdbeobachtungssatelliten mit einer Masse von etwa 450 kg. Das Raumfahrzeug wird sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt werden und wird demzufolge vom türkischen Forschungsministerium und dem Verteidigungsministerium gemeinsam finanziert.

Der 450 Kilogramm schwere Satellit umläuft die Erde nach dem erfolgreichen Start auf einer sonnensynchronen Bahn zwischen 669 und 689 km Höhe bei einer Bahnneigung von etwa 98 Grad. Er wurde im Auftrag des türkischen Verteidigungsministeriums gebaut und soll mindestens fünf Jahre lang Dienst tun. Die Kamera wurde in Südkorea gebaut und verfügt über ein Auflösungsvermögen von 2,5 Metern pro Bildpunkt.

Im Dezember 2008 hatten Telespazio und Thales Alenia Space, einen Vertrag mit dem türkischen Verteidigungsministerium zu Entwicklung und Bau eines Aufklärungssatelliten mit einem Auflösungsvermögen von weniger als einem Meter geschlossen. Dabei sollte Telespazio lokale türkische Unternehmen in die Entwicklung der Systeme des Satelliten sowie eines Bodensegments einbeziehen. Ein Starttermin für den technisch wesentlich anspruchsvolleren Göktürk 1 gibt es noch nicht. Stattdessen hat in der Zwischenzeit das Projekt Göktürk 2 das an sich frühere Vorhaben überholt.

Als Zulieferer u.a. der Solarzellenpaneele von Göktürk 2 wirkte auch die SpaceTech GmbH in Immenstaad mit. Zusätzlich zu den drei am Satelliten angebrachten Auslegern lieferte SpaceTech zuvor Qualifikationseinheiten zu Testzwecken. Die Solarzellen selbst stammen von der AZUR SPACE Solar Power GmbH aus Heilbronn und besitzen einen Wirkungsgrad von etwa 28%.

Die bei diesem Start eingesetzte Version der Langer Marsch 2 verwendet die größere von zwei verfügbaren Nutzlastverkleidungen. Die Nutzlastkapazität des Trägers war bei diesem Start nur zu gut einem Viertel ausgelastet. Die Langer Marsch 2D ist in der Lage, eine Nutzlast von 1.600 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit von der Art des Göktürk-Starts zu bringen.