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Proton MAm 20. November wurde vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur ein direkt sendender Fernsehsatellit an der Spitze einer Proton M Briz M auf einen geostationären Transferorbit gebracht. Eigentümerin des Satelliten ist die Echostar Corporation, die das Raumfahrzeug zunächst an die Dish Network Corporation verleasen wird.

Der Start erfolgte um 19.31 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die drei ersten Stufen des Trägers brachten die Orbitaleinheit, bestehend aus der Briz M Oberstufe der Rakete und dem Satelliten zunächst auf eine orbitnahe Suborbitalbahn. In einem ersten Brennmanöver der Briz M wurde diese Bahn in einen niedrigen Parkorbit umgewandelt. Vier weitere  Antriebsphasen waren danach notwendig, bis Echostar 16 am 21. November, um 4.43 Uhr, den vorgesehenen elliptischen Transferorbit erreicht hatte. Dessen niedrigster Bahnpunkt liegt in einer Höhe von 2.450 Kilometern, der höchste Bahnpunkt liegt bei und 35.800 Kilometern  und die Bahnneigung zum Äquator beträgt 29,5 Grad. Den Geostationären Orbit soll der Satellit in den nächsten Tagen mit dem eigenen Antrieb erreichen.

Echostar 16 wurde von Space Systems/Loral auf Basis des LS-1300 Satellitenbus gebaut und hat eine Startmasse von 6.260 kg. Das Raumfahrzeug soll mindestens 15 Jahre lang betrieben werden. Der Satellit ist mit 32 Ku-Band-Transpondern, vier großen Parabolantennen sowie weiteren Antennen ausgestattet, die ihm die Ausstrahlung mehrerer hundert Fernsehprogramme in verschiedene Regionen Nord- und Südamerikas gleichzeitig erlaubt. Seine endgültige Arbeitsposition wird er auf 61,5 westlicher Länge einnehmen.

Eine Besonderheit des Satelliten ist eine zusätzliche Fracht. Sie besteht aus einer Siliziumscheibe, die in einem goldenen Etui steckt. Auf ihr sind 100 Bilder von Menschen und Natur eingeätzt. Sie gehören zum Projekt "Die letzten Bilder", des Künstlers Trevor Paglen.

Ihr besonderer Aspekt, so der Künstler, besteht darin, dass sie werden nie wieder zur Erde zurück kommen werden. „In den letzten 50 Jahren hat die Menschheit einen Ring um unseren Planeten errichtet, ähnlich den Ringen des Saturn. Aber anstatt aus Staub und Eis haben wir einen Ring aus Maschinen geschaffen ... der ist jetzt ein ständiger Teil unseres Planeten", so Trevor Paglen.