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Sojus 2.1b CR ArianespaceZum zweiten Mal startete am 17. Dezember vom europäischen Weltraumzentrum in Kourou eine Sojus 2.1b unter der Leitung von Arianespace. Die Mission begann um 3:03 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Vor Ort war es da erst 23:03 Uhr am 16. Dezember. An Bord befanden sich sechs Satelliten für Frankreich und Chile mit militärischen und zivilen Aufgabenstellungen.

Die Sojus war mit einer Fregat-Oberstufe ausgerüstet, die insgesamt viermal gezündet wurde. Nach zwei Brennhasen der Fregat war 55 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe ein annähernd kreisförmiger Orbit in einer Höhe von knapp 700 Kilometern erreicht. Dann wurde zunächst Pléiades 1 in einer Höhe von etwa 700 km ausgesetzt. Ihm folgten vier Minuten später die vier Elisa-Kleinsatelliten. Danach senkte die Fregat die Bahn auf 610 km ab. Drei Stunden und 26 Minuten nach Beginn der Mission wurde der chilenische Erderkundungssatellit SSOT (Sistema Satelital para Observación de la Tierra) auf seine Bahn entlassen.

Die Bahnneigung zum Äquator beträgt bei allen sechs Satelliten etwa 98 Grad und damit in Verbindung mit der Bahnhöhe sonnensynchron.

Der heutige Start einer Sojus-Trägerrakete war der zweite vom neuen Startplatz in Südamerika. Bis dahin wurden von Kourou aus lediglich Trägerraketen vom Typ Ariane gestartet. Anfang des kommenden Jahres kommt ein weiterer Raktetentyp dazu, wenn der europäische Kleinträger Vega mit seinen Missionen von Kourou aus beginnt. Die Vega kann Nutzlasten bis etwa 2,5 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen.

Der französische Satellit Pléiades 1 wiegt 970 Kilogramm. Sein Solargenerator stellt eine elektrische Leistung von 1,5 kW zur Verfügung. Er ist der erste von insgesamt zwei Kundschaftern, die hochdetaillierte Bilder der Erdoberfläche liefern sollen. Die dafür entwickelte Technik erlaubt bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein Auflösungsvermögen von  70 Zentimetern. Durch elektronische Nachbearbeitung kann diese Auflösung bis auf 50 Zentimeter pro Bildpunkt verbessert werden. Bei Multispektralaufnahmen können Details bis drei Meter Größe erfasst werden.

Der Satellit soll mindestens fünf Jahre lang bis zu 450 Bilder pro Tag liefern. Die Kameras erfassen jeweils einen Geländestreifen von 20 Kilometern Breite. Sobald der zweite Satellit ebenfalls im Orbit ist – der Start ist für das zweite Halbjahr 2012 geplant - kann das System jeden Bereich der Erdoberfläche innerhalb eines Tages ablichten.

Die vier ELISA-Satelliten (Akronym für: ELectronic Intelligence by SAtellite) haben eine Masse von jeweils 120 kg. Sie werden militärisch genutzt und sollen Radarquellen auffinden. Sie werden für ihre Aufgabe in Formation fliegen.

Der sechste Satellit an Bord der Sojus war SSOT. Er soll für das chilenische Verteidigungsministerium Aufnahmen der Erdoberfläche mit einer panchromatischen Auflösung von bis zu 1,45 m liefern können. Bei Multispektralaufnahmen in 4 Kanälen erreicht er nur ein Viertel der Auflösung. SSOT hat eine Masse von 117 kg und basiert wie die Elisa-Raumfahrzeuge auf dem Satellitenbus Myriade des CNES. Hauptauftragnehmer war EADS Astrium.