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Proton M StartNur vier Wochen nach dem Fehlstart einer Proton M kehrte dieser Träger am 26. Dezember mit einem erfolgreichen Einsatz wieder in den aktiven Dienst zurück. Die Nutzlast bestand bei dieser vorletzten Mission des Jahres 2010 aus dem 6.150 Kilogramm schweren Kommunikationssatelliten Ka-Sat, den EADS Astrium auf Basis des Eurostar 3000 Bus gebaut hat. Das Raumfahrtzeug ist mit 82 Ka-Band Spotbeams ausgerüstet und verfügt über eine Datenübertragungskapazität von mehr als 70 Gigabit pro Sekunde.

Die "Suspendierung" der Trägerrakete hatte nur etwa eine Woche gedauert, dann war klar, dass der Fehlstart am 5. Dezember, damals mit einer Block DM-3 Oberstufe, durch einen besonders eklatanten Fall menschlichen Versagens verursacht worden war. Die neue Block DM-3 Version kann etwa 1.800 Kilogramm mehr Treibstoff aufnehmen als das Vorgängermodell. Für die Mission des 5. Dezember wurde diese größere Treibstoffmenge nicht benötigt. Trotzdem betankten die Techniker die Rakete aber bis zum Eichstrich. Diese schwerere Last konnte die Proton aber nicht wie vorgesehen in den Übergangsorbit befördert werden. Nach Brennschluss der dritten Stufe befand sich die Kombination aus Block DM-3 und den drei Satelliten daher auf einer suborbitalen Trajektorie die sie nach einer guten halben Erdumkreisung 1.500 Kilometer südlich von Hawaii schnurstracks in den Pazifik führte. Zum Erreichen des Erdorbits fehlte eine Geschwindigkeit von nur etwa 100 Meter pro Sekunde.

Die Block DM-Oberstufe spult ein vorprogrammiertes Flugprofil ab, das nicht auf die aktuellen Flugwerte des Trägers eingeht. Vom Leistungsvermögen her, insbesondere mit der erhöhten Treibstoffmenge, hätte sie ohne weiteres die Geschwindigkeitsdifferenz ausgleichen können (wenngleich es bei der Block DM auch eine Begrenzung von der Anzahl der Zündungen her gibt).

Die andere Standard-Oberstufe der Proton M, die „Breeze M“, die Russland für internationale kommerzielle Starts verwendet, hat dagegen einen Flugwerterechner an Bord. Bei ihr ist es Standard, dass der Träger nur eine suborbitale Bahn erreicht. Die fehlende Geschwindigkeit zum Parkorbit gleicht die Breeze M anhand aktuell ermittelter Flugwerte automatisch aus.

Eine Breeze M-Oberstufe wurde auch für die Mission am 26. Dezember verwendet.

Die Proton schließt das Raumfahrtjahr somit mit insgesamt 12 Einsätzen ab, von denen 11 erfolgreich verliefen. Acht der zwölf Flüge waren Aufträge aus dem kommerziellen Sektor. Die restlichen vier Missionen, unter anderem die verunglückte Glonass-Nutzlast, waren „Regierungsaufträge“.

Astra