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HYLAS 1 wird auf den Adapter montiert CR AstriumAm Freitag, dem 26. November 2010 um 19.39 Uhr mitteleuropäischer Zeit brachte eine Ariane 5 erfolgreich zwei Telekommunikations-Satelliten in den Orbit: INTELSAT 17 für den internationalen Satellitenbetreiber Intelsat und HYLAS 1 für den Europäischen Betreiber Avanti Communications. Es war der fünfte Flug einer Ariane 5 in diesem Jahr und die 54. Ariane 5-Mission insgesamt und der insgesamt 198. Flug einer Ariane-Trägerrakete seit dem Erstflug der Ariane 1 im Dezember 1979.

27 Minuten nach dem Verlassen  der Startrampe wurde zuerst INTELSAT 17 in einem Geotransferorbit (GTO) ausgesetzt, sieben Minuten später HYLAS 1.  Beide Satelliten werden in den nächsten Tagen ihre endgültigen Positionen im Geostationären Orbit mit Hilfe der Bordtriebwerke ansteuern. Die Gesamtnutzlast betrug 8.867 Kilogramm, von denen 8.069 Kilogramm auf die beiden Satelliten entfielen, der Rest auf Adapter und die Sylda-Struktur, in der HYLAS 1 während des Starts eingeschlossen war. Die Startmasse der über 50 Meter hohen Rakete betrug 774 Tonnen.

Da die beförderte Nutzlastmasse deutlich unter der maximalen Leistung des Trägers lag (9.500 Kilogramm in einen GTO mit 6 Grad Bahnneigung), konnte bei der Missionsplanung eine Flugbahn gewählt werden, bei der die Bahnneigung zum Äquator nur zwei Grad beträgt. Deshalb werden die Satelliten nicht so viel eigenen Treibstoff zum Abbau der restlichen Inklination einsetzen müssen, als dies bei einer größeren Bahnneigung der Fall gewesen wäre.

Der von Astrium und der ISRO für den Satellitenbetreiber Avanti Communications entwickelte und gebaute Satellit HYLAS 1 (Highly Adaptable Satellite) wird künftig auch entlegene Regionen in Europa mit Breitbanddiensten in Hochgeschwindigkeit versorgen. Die Nutzlast wurde von Astrium UK in Portsmouth und Stevenage entwickelt.

HYLAS 1 verfügt über acht Ka-Band und zwei Ku-Band Transponder. Die Versorgung mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarzellenausleger, die dem Satelliten im entfalteten Zustand eine Gesamtspannweite von 36 Metern geben. Der beim Start 2.570 Kilogramm schwere HYLAS 1 ist für eine Einsatzdauer von 15 Jahren konzipiert. Um Kunden in Europa einen Breitbandinternetzugang zu ermöglichen und sie zusätzlich mit einer Reihe von konventionellen Telekommunikationsdiensten zu versorgen, wird er an einer Position von 33,5 Grad West im Geostationären Orbit stationiert werden

Das Nutzlastkonzept ermöglicht eine flexible Anpassung der Signalstärken und Bandbreiten an die schwankenden Übertragungsanforderungen der Regionen innerhalb der Ausleuchtzone des Satelliten. Die indische Raumfahrtorganisation ISRO in Bangalore war für die Plattform und die Integration von HYLAS 1 verantwortlich.

Der Kommunikationssatellit INTELSAT 17 brachte 5.540 Kilogramm Startgewicht auf die Waage. Davon entfallen 3.160 Kilogramm auf die Treibstoffzuladung. Diese ermöglicht es dem Raumfahrzeug nach dem Erreichen seiner Position im Geostationären Orbit, dort über 17 Jahre lang seine Position zu halten. Mit elektrischer Energie versorgt wird die Kommunikationsnutzlast von INTELSAT 17 über zwei Solarzellenausleger aus je fünf Segmenten, mit denen der Satellit auf eine Spannweite von 36 Metern kommt. Nach 15 Jahren im All sollen sie noch 12,4 kW elektrischer Leistung erzeugen. 8,8 kW sind dabei für die Kommunikationsnutzlast vorgesehen. Diese besteht aus 46 Ku-Band- und 28 C-Band-Transpondern.

Über diese Sendeeinrichtungen will Intelsat Nutzer in Afrika, Asien, Europa und dem mittleren Osten vor allem mit Videodiensten versorgen. In dieser Funktion wird INTELSAT 17 Nachfolger von INTELSAT 702 auf der Position 66 Grad Ost. INTELSAT 17 wurde von Space Systems/Loral (SSL) auf Basis des LS-1300-OMEGA-Bus gefertigt. Er ist der 45. Satellit, den der Hersteller aus Palo Alto in Kalifornien für den Satellitenbetreiber aus Luxemburg baute, und zugleich der 49. Satellit, der von einer Ariane-Rakete für Intelsat ins All gebracht wurde, zählt man alle Raumfahrzeuge der Serien INTELSAT, GALAXY, PAS, PANAMSAT und TELSTAR zusammen. Der erste von einer Ariane-Rakete für Intelsat in den Weltraum transportierte Satellit war INTELSAT F7, der an Bord einer Ariane 1 am 19. Oktober 1983 gestartet wurde.

Die nächste Ariane 5 ECA ist in der Zwischenzeit in Kourou angekommen und wird für den Start vorbereitet. Es ist die dritte Rakete, die Astrium in weniger als drei Monaten an Arianespace geliefert hat. Sie soll noch vor Jahresende an den Start gehen.