Header

Start; Credit: mil.ru Ein Satellitenträger mit mehr als vierzigjähriger Laufbahn nähert sich langsam dem Ende seiner Einsatzdauer. Die Molnija M, eine dreistufige Spezialversion der R 7-Semjorka (aus der auch die Sojus abgeleitet wurde) brachte am Dienstag einen russischen Frühwarnsatelliten der Oko-Klasse in einen hochelliptischen Orbit. Die Produktion des Trägers wurde schon vor Jahren eingestellt. Die wenigen verbliebenen Exemplare der Molnija M, man spricht von zwei Stück, liegen schon seit Jahren auf Lager und werden nach und nach aufgebraucht.

Der Start erfolgte um 6:00 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit von der Rampe 2 des Startkomplexes 16 des Kosmodroms Plesetzk. Der dreistufige Träger erreichte seinen endgültigen Orbit knapp eine Stunde nach dem Liftoff. Bei dieser Umlaufbahn handelt es sich um einen speziellen Bahntypus mit einem höchsten Bahnpunkt von 40.000 Kilometern über den nördlichen Breiten und einem niedrigsten Bahnpunkt von nur wenigen hundert Kilometern.

Start; Credit: mil.ru Dass diese spezielle Umlaufbahn den gleichen Namen hat wie die Trägerrakete ist kein Zufall. In den früher sechziger Jahren, als die damals noch 8K78 genannte Version der R 7 ihre ersten Einsätze hatte, bestanden ihre ersten Nutzlasten die frühen sowjetischen Nachrichtensatelliten der Molnija-Serie.  Sowohl die spezielle Bahn dieser Satelliten (die gleiche, die heute auch die Oko-Satelliten nutzen), als auch die Version 8K78 der R 7 erhielten in dieser Zeit den Namen Molnija.

Über 40 Jahre lang war die Molnija M eines der "Arbeitspferde" der russischen Raumfahrt. Mit drei verschiedenen Typen von Oberstufen und im Laufe ihrer Geschichte mit einem guten Dutzend Untervarianten wurde sie nahezu jeder Anforderung in ihrem Nutzlastspektrum gerecht. Sie transportierte zahlreiche Luna-Mondsonden, einige Sonden des Venera-Venusprogramms, alle Molnija-Nachrichtensatelliten, die Forschungssatelliten der Prognoz-Reihe und viele andere Nutzlasten. Insgesamt wurden seit dem Jahre 1965 ziemlich genau 300 Stück dieses Trägers gebaut.

Die Nutzlast vom Dienstag wird - entsprechend der russischen Militärnomenklatur - die Bezeichnung Kosmos 2446 erhalten.  Im nächsten Jahr wird ein weiterer Molnija-Start erwartet. Die letzte Rakete dieses Typs könnte im Jahre 2010 verwendet werden. In beiden Fällen soll jeweils ein weiterer Oko-Satellit in die Umlaufbahn gebracht werden.

Zukünftige Starts von Nutzlasten in der Kategorie der Oko-Satelliten werden danach von Sojus-Trägern von Plesetzk aus durchgeführt.

Astra