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Präsident Mevedejev Kobalt M Träger Plesetzk 11 Oktober; Credit: KosmonautikaAm gestrigen Freitagnachmittag um 17:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit brachten die russischen Streitkräfte Kosmos 2445 in einen niedrigen Erdorbit. Das Raumfahrzeug ist klassifiziert, sein Einsatzzweck wurde nicht angegeben. Jedoch handelt es sich - wie aus den Bahnparametern erkennbar ist - um einen Fotoaufklärungssatelliten der Kobalt M-Klasse. Dies ist ein verbessertes Modell der seit langem in Dienst befindlichen Yantar 4S2/Kobalt-Serie. Das Perigäum dieses bereits vierten Kobalt M weist eine Höhe von 183 Kilometern auf. Das Apogäum befindet sich in einer Höhe von 340 Kilometern, die Bahnneigung zum Äquator beträgt 67,2 Grad. 

Der Start wurde mit einer Trägerrakete des Typs Sojus U von der Rampe 2 des Startkomplexes 16 in Plesetzk in Nordrussland durchgeführt.

Kobalt M; Credit: Gunthers Space PageDie bislang gestarteten Kobalt M wurden in ähnliche Bahnen gestartet. Die Inklination wich weniger als ein zehntel Grad von den früheren Satelliten ab.

Satelliten dieser Serie wiegen etwa 6,6 Tonnen. Sie werden von Arsenal in St. Petersburg gebaut. Die Kobalt M belichten in klassischer Weise Film und befördern diesen mit Rückkehrkapseln zur Erde zurück. Das Raumfahrzeug besteht aus einem Antriebsmodul, und einem rückführbaren Kameramodul. Das Antriebsmodul verglüht bei der Rückführung des Kameramoduls in der Erdatmosphäre. Die Kobalt-Satelliten stoßen aber schon während der Mission zwischendurch zwei kleine Kapseln mit belichtetem Film aus.

Das Auflösungsvermögen dieser Satelliten dürfte enorm sein. Man kann davon ausgehen, dass damit auf der Erde Oberflächendetails von weniger als zehn Zentimetern Größe erfasst werden können.

Folgende Kobalts wurden bisher gestartet:

  • Kosmos-2410 am 24. September  2004. Rückkehr zur Erde am 9. Januar 2005
  • Kosmos-2420 am 3. Mai 2006. Rückkehr zur Erde am 19. Juli 2006
  • Kosmos-2427 am 7. Juni 2007. Rückkehr zur Erde am 22. August 2007

Titelbild: Der russische Ministerpräsident Medwedew beobachtet die Startvorbereitungen für seinen neuesten Spionagesatelliten

Bild im Text: Bildbeobachtungssatellit der Kobalt M-Klasse

Astra