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Astra-1M-Start; Credit: ILS Am 5. November wurde der Satellit Astra 1M an Bord einer Proton M Breeze M Trägerrakete in den geostationären Transferorbit transportiert. Der Start erfolgt um 21:44 Uhr mitteleuropäischer Zeit  in sehr dichtem Nebel, und die sechs Haupttriebwerke der Proton badeten das Startgelände in gespenstisches Licht. Gut zwei Minuten nach dem Liftoff war die erste Stufe ausgebrannt, die vier Triebwerke der zweiten Stufe zündeten und arbeiteten für dreieinhalb Minuten.  Danach übernahm das einzelne Drittstufentriebwerk der Proton für vier Minuten den Antrieb der Kombination. Während ihrer Brennphase wurde auch die Nutzlastverkleidung abgeworfen.

 Nutzlastverkleidung; Credit: Federalspace
 Nutzlastverkleidung; Credit: Federalspace
 Integration; Credit: Federalspace

Nach der Trennung von der dritten Stufe begann die erste von fünf Brennperioden der Breeze M. Wenige Minuten später war die Kombination in einer niedrigen Übergangsbahn. Vier weitere Brennmanöver verteilt über die nächsten neun Stunden brachten den 5.315 Kilogramm schweren Astra 1M schließlich auf eine geostationäre Transferbahn mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 4.960 Kilometern, einem höchsten Bahnpunkt von 35.600 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 21,5 Grad. Diese Bahn war um 6:56 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreicht. Danach trennte sich die Breeze M von ASTRA 1M.

Die ersten Signale des Satelliten wurden um 01:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit empfangen, zu einem Zeitpunkt, als er noch mit der Oberstufe verbunden war. Nach der neunstündigen Flugphase wurde der Satellit planmäßig freigesetzt und nach partieller Entfaltung der Solarpaneele in den Flugmodus versetzt. Astrium kontrolliert alle Abläufe bis zum Erreichen des geostationären Orbits. Dort wird Astra 1M zunächst ausgiebig getestet wird, bevor er seinen Dienst aufnimmt.

Astra 1M ist der fünfte Eurostar Satellit, der dieses Jahr von Astrium ausgeliefert wurde und der zweite von vier Satelliten, die von Astrium für SES Astra gefertigt werden.

Astra 1M wird europaweit und bis in den nordafrikanischen Raum hinein digitales hochauflösendes Direktfernsehen ausstrahlen. Die Nutzlast des ASTRA 1M umfasst 36 Hochleistungs-Transponder für das Ku-Band sowie drei ausfahrbare Reflektor-Antennen. Der Satellit wird zum Ende der Betriebsdauer noch eine Ausgangsleistung von 10 kW erreichen. Die Spannweite seiner Solarkollektoren beträgt 35 Meter.

In den kommenden Tagen wird sich der Satellit mit seinem 500 Newton leistenden Hauptmotor und seinen 14 10Newton-Lageregelungstriebwerken nach und nach auf den kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 35.600 Kilometern über den Äquator bringen. Seine Position wird dann auf 19,2 Grad östlicher Länge liegen.

Dieser Orbit-Slot ist für ASTRA von großer Wichtigkeit. Momentan ist dort eine ältere Einheit stationiert, die aber nach der Ankunft von Astra 1M nach 23,5 Grad Ost verschoben werden soll.

Alles in allem umfasst die Flotte von SES ASTRA derzeit 16 satellites auf fünf verschiedenen orbitalen Slots die 2.433 Fernseh- und Radiokanäle anbieten und dabei 117 Millionen Heime erreicht.

Der Start war der insgesamt 7. bei dem ein Astra-Satellit mit einer Proton in den Weltraum gebracht wurde. Die Proton wird seit dem Jahre 1996 kommerziell angeboten.

Mit ASTRA 1M wird ASTRA nach dem im September 2000 gestarteten ASTRA 2B nun den zweiten Eurostar-Satelliten in seiner Flotte betreiben. Für den Auftraggeber SES ASTRA sind noch zwei weitere Satelliten der Eurostar-Baureihe E3000 in Arbeit: ASTRA 3B, der zurzeit in der Endmontage- und Erprobungsphase steht, sowie der im Juli 2008 bestellte ASTRA 1N.

Mit ASTRA 1M, dem fünften Eurostar-Satelliten in diesem Jahr, wurde der insgesamt 39. Satellit dieses Plattformtyps und das 14. Exemplar der Baureihe E3000 auf die Umlaufbahn geschickt. Elf weitere E3000-Satelliten befinden sich gegenwärtig in unterschiedlichen Herstellungsstadien.

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