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Hooker-Spiegel am Mount-Wilson-ObservatoriumHubble kennen die meisten als Weltraumteleskop, das phantastische Bilder liefert. Seinem Namensgeber Edwin Hubble verdanken wir einige bahnbrechende Entdeckungen, zum Beispiel die des Hubble-Effekts, wie Dieter B. Herrmann in den Himmelsblicken im Oktober erklärt. Hubble hatte das seinerzeit größte Spielgelteleskop der Welt zur Verfügung, den Hooker-Spiegel am Mount-Wilson-Observatorium. Damit untersuchte er Sternsysteme außerhalb unserer Milchstraße und stellte fest, dass ihre Spektrallinien in den roten Bereich verschoben waren. Dieser Effekt trat umso stärker auf, je weiter die Galaxien entfernt waren. Dieser Effekt wird als Hubble-Effekt bezeichnet.

Herrmanns Himmelsblicke: H wie Hubble-Effekt; Credit: MOZ

Interpretiert wird der Hubble-Effekt als Dopplereffekt, der ursprünglich aus der Akustik bekannt ist. Wenn ein bewegtes Objekt einen Ton von sich gibt, ist dieser höher, wenn sich das Objekt auf uns zubewegt, und tiefer, wenn es sich von uns entfernt. Beobachten kann man das bei Einsatzfahrzeugen, die an uns vorbeirasen. Bei Licht ist dieser Effekt nur bei sehr viel höheren Geschwindigkeiten zu erkennen - eben bei weit entfernten Galaxien, die sich von uns fortbewegen (oder wir uns von ihnen). Da der Hubble-Effekt bei weiter entfernten Galaxien stärker auftritt als bei nahen Sternsystemen, schloss man daraus, dass das gesamte Universum sich ausdehnt.

Ein prominenter Kritiker dieser Theorie war der Astronom Fred Hoyle, der feststellte, wenn diese Theorie stimme, müssten die Objekte früher viel enger zusammengestanden haben, sogar in einem Punkt vereinigt gewesen sein, und dann hätte es ja einen "Big Bang", also einen Urknall geben müssen. Er selbst hielt von dieser Idee nichts und vertrat die Steady-State-Theorie. Dennoch wurde seine Bezeichnung ins wissenschaftliche Vokabular aufgenommen.

Der Himmel bietet als prominentestes Objekt die Venus am Morgenhimmel. Und eine kleine Ankündigung: am 28. Oktober werden um drei Uhr morgens eine Stunde lang die Uhren angehalten. Eine Galaxie für's bloße Auge steht derzeit abends im Südosten: unsere Nachbargalaxie, der Andromedanebel im Sternbild Andromeda. Den ganzen Video-Beitrag sehen Sie hier.