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Dieter B. Herrmann; Credit: MOZ - Märkische OderzeitungDie Tag- und Nachtgleiche steht vor der Tür (sie findet 23. September um 5:09 MESZ statt), rasch werden die Tage kürzer, und auch die Temperatur sinkt merklich. Zwar ist es nun nicht mehr so angenehm die Nächte im Freien zu verbringen, aber die Beobachtung der Sterne wird deutlich besser. Zum einen sind sie früher zu sehen, aber auch die Luft wird ruhiger und flimmert weniger. Ein Sternbild sollte im Herbst unbedingt näher betrachtet werden: die Andromeda, meint Prof. Dieter B. Herrmann in seiner monatlichen Videokolumne.

Andromeda ist eine Prinzessin aus der griechischen Mythologie, nämlich die Tochter von Kassiopeia und Kepheus, die als Sternbilder gleich in der Nähe stehen. Als Sagengestalt ist sie an einen Felsen gekettet, am Himmel ist sie eine Kette aus Sternen neben dem Pegasus, der sehr markant daneben steht.

Über der Sternenkette stehen zwei weitere Sterne, die zu einem schwachen, nebeligen Fleckchen führen, das schon mit bloßem Auge zu finden und mit dem Fernglas deutlich erkennbar ist. Dieses Nebelchen ist eine riesige Sterneninsel, die Andromedagalaxie - die uns am nächsten gelegene Spiralgalaxie.

Gut zu sehen ist derzeit der Jupiter. Er befindet sich in Opposition, das bedeutet, er steht am Himmel der Sonne gegenüber. Somit kann man ihn die ganze Nacht über beobachten. Übersehen kann man ihn ganz sicher nicht, denn er leuchtet heller als jeder Stern. Im Fernrohr kann man auch Wolkenstreifen und die vier galileischen Monde erkennen, die ihre Positionen relativ rasch ändern.

Zwischen 20. und 30. September haben Frühaufsteher eine Gelegenheit den Planeten Merkur zu sehen. Das ist von unserer Position aus relativ schwierig, weil er sehr nahe an der Sonne steht, die ihn die meiste Zeit überstrahlt. Nur wenn er einen möglichst großen Winkelabstand von diesem hellen Stern hat, können wir ihn am Morgen- oder Abendhimmel erkennen, wenn die Sonne bereits unter dem Horizont steht. Einer Mähr zufolge hat übrigens der berühmte Astronom Kopernikus auf dem Totenbett beklagt, dass er den innersten Planeten Zeit seines Lebens kein einziges Mal zu Gesicht bekommen hätte. Also - werfen Sie einen Blick darauf!

Wie immer sehen Sie den gesamten Himmelsüberblick in Prof. Dieter B. Herrmanns monatlicher Videokolumne (hier eine Übersicht).