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Credit: www.kontexis.deWir fliegen hinaus in die Welt der Sterne. Eine Sonne nach der anderen fliegt am Kabinenfenster vorbei, riesige rote Gaskugeln und winzige weiße. Jede unterscheidet sich von der anderen wie auch ein Mensch nicht dem anderen gleicht. Aber dennoch sind sie alle Sonnen, trotz ihrer Unterschiede. Manche sind noch sehr jung, andere schon ganz alt. Im Orion-Nebel sehen wir viele „Baby“-Sonnen, die gerade erst entstanden sind.

Credit: www.kontexis.deSterne sind natürlich keine Lebewesen, aber sie haben dennoch so etwas wie eine Lebensgeschichte. Sie bilden sich aus Gas- und Staubwolken, die sich zusammenballen. Dabei werden sie immer heißer, bis schließlich ein Stern entstanden ist. In der Gas- und Staubwolke können dann auch Planeten entstehen. Unsere Sonne wird etwa 10 mal 1000 mal 1000 mal 1000 Jahre alt. Manche Sterne werden noch viel älter, andere "sterben" auch schon früher.

Tatsächlich fliegen wir gerade mit gewaltiger Geschwindigkeit an einem Stern vorbei, der ein Planetensystem besitzt, wie unsere Sonne. Ob es hier wohl auch eine Erde gibt, mit Pflanzen, Tieren und Menschen? Das wissen wir noch nicht, aber vielleicht könnte es so sein. Nun steht uns noch ein besonderes Abenteuer bevor. Wir müssen uns aber in großem Abstand halten, damit unser Raumschiff unbeschädigt bleibt, denn gerade explodiert ein Stern! Er fliegt förmlich auseinander. Gewaltige heiße Gasmassen werden in den Raum hinaus geschleudert. Das ist eine Supernova. Von der Erde aus haben die Astronomen so etwas schon mehrmals beobachtet. Das ist das Ende eines Sternenlebens.

Unser Sonnensystem ist aus dieser gewaltigen Entfernung schon längst nicht mehr zu erkennen. Gerade schwingt sich unser Raumschiff in einer gewaltigen Kurve über das ganze Gewimmel der Sterne empor. Ein prachtvoller Anblick. Wir erkennen ein riesiges Gebilde, das aus einer Unmenge von Sternen und vielen Gas- und Staubwolken besteht. In seiner Form ähnelt es jenen Feuerrädern, die wir Menschen zu Silvester auf unseren Balkons abbrennen. Etwa 200 mal 1000 mal 1000 mal 1000 Sterne sind in einem unvorstellbar großen Raumgebiet angeordnet. Das ist das Milchstraßensystem - unsere Galaxis.

Da! Ganz weit draußen, am Rande der Sternenspirale ist der Platz unseres Sonnensystems mit seinen Planeten, Monden, Asteroiden und Kometen. Von hier draußen aus gesehen ist die Erde allerdings nur noch ein Pünktchen im Weltall, das wir beim besten Willen nicht mehr erkennen können.

Die Größe des Sternsystems kann man nur noch in Lichtjahren angeben. Was wir auf der Erde in Metern und Kilometern messen, das beschreibt der Astronom mit Lichtjahren. Der Durchmesser des Sternsystems, zu dem unsere Sonne gehört, beträgt 100 mal 1000 Lichtjahre. Das Licht legt in jeder Sekunde 300 000 Kilometer zurück. Es würde also siebeneinhalb Mal in einer einzigen Sekunde um die Erde flitzen! Die Strecke, die der Lichtstrahl in einem Jahr zurücklegt, heißt ein Lichtjahr. Überlegt mal, wie viele Male der Sekundenzeiger einer Uhr weiterwandern muss, ehe ein Jahr vergangen ist!

>>Habt Ihr das Lichtjahr verstanden? Dann beantwortet folgende Frage: Ist ein Lichtjahr
A) Eine Zeitdauer?
B) Ein Jahr voller Licht?
C) Eine Entfernung?<<

Text: Dieter B. Herrmann
Illustrationen: Egge Freygang
Herausgeber: KON TE XIS