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CERN-LogoAls "historische Fehlentscheidung" bezeichnet Prof. Dr. Herbert Pietschmann die Ankündigung, Österreich werde aus dem CERN austreten. Damit wäre Österreich das zweite Land in Europa, welches das tut - das erste war Jugoslawien.

Viele Wissenschaftler melden sich zu diesem Thema zu Wort, einer davon ist "Science Buster" und Kernphysiker Prof. Heinz Oberhummer, der zur Signierung der Petition "SOS Save Our Science" einlädt. Auf Radio Wien nahm er bereits am Samstag, 9. Mai , dazu Stellung. Hier sein Statement:

Der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn beendet völlig überraschend Österreichs Mitgliedschaft im Forschungszentrum CERN. CERN ist das Flagschiff der europäischen Forschung und auf dem Gebiet der Teilchenforschung die Nummer Eins auf der Welt. Österreich war am CERN fast 50 Jahre Mitglied und wäre nach Jugoslawien das erste, das austritt. Albanien bemüht sich gerade um eine Mitgliedschaft und würde damit Österreich hinter sich lassen. Trotzdem sagt das österreichische Wissenschaftsministerium: No, we can’t!

Der Austritt Österreichs aus dem Forschungszentrum CERN ist gänzlich unverständlich, weil nach 10 Jahren Bauzeit die faszinierendste Maschine der Menschheit, der Large Hadron Collider (LHC), in Betrieb geht. Mit dieser Maschine kann man erforschen, was wirklich die Welt im Innersten zusammen hält und die Vorgänge bei der Entstehung unseres Universums im Urknall studieren. No we can’t!

Es geht um jährlich 16 Millionen Euro. Um das ins richtige Maß zu stellen: Das sind etwa die Verluste, welche die Österreichischen Bundesbahnen derzeit in gerade einmal drei Tagen einfahren. Provinzieller wird es nicht mehr, denn in den 50 Jahren seit der Existenz des CERN ist nur Jugoslawien ausgetreten. Nachfolge-Staaten wie Slowenien sind aber längst wieder Mitglied. Damit ist die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Teilchenphysik in Österreich überhaupt gefährdet. Aber wozu denn exzellente Grundlagenforschung in Österreich? No we can’t!

Betroffen sind auch Spin-off-Projekte wie das in Wiener Neustadt geplante Krebstherapiezentrum MedAustron, das auf CERN-Kooperationen angewiesen ist. Tumore sollen dort mit Ionenstrahlen eines Teilchenbeschleunigers punktgenau beschossen werden. Man plant dort etwa 1200 Krebspatienten aufzunehmen und nimmt an, dass damit jährlich etwa 300 Menschenleben in Österreich gerettet werden können. Jedoch für das Wissenschaftsministerium gilt: No we can’t!

Niemand weiß wie dieser Entschluss zustande gekommen ist. Das Forschungsministerium hat bei seiner einsamen Entscheidung die betroffenen österreichischen Experten nicht einmal kontaktiert. Der CERN hat auch am nächsten Tag offiziell noch immer nichts von diesem Schritt Österreichs gewusst. Aber warum denn Experten fragen? No we can’t!

Yes, we can!

Es gibt jetzt noch die Möglichkeit mit einer Unterschrift für die Petition STOPPT DEN BEABSICHTIGTEN CERN-AUSTRITT ÖSTERREICHS! diesen katastrophalen Schritt in der österreichischen Forschungspolitik zu verhindern: Petition SOS Save Our Science

Bitte unterschreiben auch Sie, um zu verhindern, dass Österreich als Land der Hochtechnologie und modernen Forschung Schaden nimmt.

Quelle: www.sciencebusters.at

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