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Chinas bemanntes Raumschiff Shenzhou 11 kehrte am 18. November nach mehr als einem Monat im Weltraum, davon 29 Tage angedockt an der experimentellen Raumstation Tiangong 2, wieder sicher zur Erde zurück. Die beiden Taikonauten an Bord, Kommandant Jing Haipeng und Bordingenieur Chen Dong waren am 16. Oktober auf einer  Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2F/G von Jiuquan aus gestartet.

Das Raumschiff hatte am 17. November um 5:41 Uhr mitteleuropäischer Zeit  von der Tiangong-2 Raumstation abgekoppelt, und danach noch einen vollen Tag in der Umlaufbahn verbracht. Die Landung erfolgte um 6:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Region Siziwang Banner in der Inneren Mongolei. Damit fand der insgesamt sechste bemannte chinesische Raumflug ein erfolgreiches Ende. Anzeichen deuten allerdings darauf hin, dass das vorgesehene Landegebiet aus unbekannten Gründen um etwa 100 Kilometer verfehlt wurde.

Der 50jährige Jing Haipeng, der bei diesem Einsatz seinen dritten Raumflug absolvierte, hält nun den chinesischen Rekord für die meiste kumulierte Zeit im Weltraum: 47 Tage.

Der Flug diente als Vorbereitung für die Missionen zur großen chinesischen Raumstation, die ab dem Jahre 2018 errichtet werden soll. Es handelt sich dabei um ein multimodulares Raumlabor in der Größe der ehemaligen sowjetisch/russischen Raumstation Mir. Sie soll bis zum Jahre 2022 vollendet sein. Ab dann dürfte es eine permanente bemannten Präsenz chinesischer Raumfahrer im Orbit geben. Die Raumstation soll auch Gast-Taikonauten aus anderen Ländern aufnehmen.

Unklar ist derzeit, ob die experimentelle Tiangong-2 Raumstation im kommenden Jahr noch einmal bemannt werden soll. Sie wird aber auf jeden Fall im kommenden Jahr für Docking-Versuche mit einem neuen Versorgungsraumschiff verwendet. Dabei wird auch ein automatischer Treibstoff-Transfer erprobt.

 

Bild: Wenige Minuten nach der Landung ist die Bergungscrew vor Ort. Credti: ChinaNews