Header

Das russische Raumschiff Sojus TMA-19M kehrte am 17. Juni mit der Crew der ISS Expedition 47 sicher zur Erde zurück. Die Landung erfolgte um 11:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei besten Wetterbedingungen in der kasachischen Steppe, etwa 150 Kilometer südöstlich der 100.000-Einwohner Stadt Scheskasgan. Die dreiköpfige Besatzung, bestehend aus Sojus-Kommandant Juri Malentschenko, dem Kommandanten der Expedition 47 Tim Kopra und dem britischen ESA-Astronauten Tim Peake ist in bester Verfassung.

Das Ablegen an der Raumstation war um 6:52 Uhr erfolgt. Mit diesem Ereignis war gleichzeitig die Dienstzeit der Expedition 47 beendet und die Arbeitsperiode der Expedition 48 begann. Das Deorbit-Brennmanöver fand  um 10:21 Uhr statt

In Europa hatte die Expedition 47 besondere Aufmerksamkeit erhalten, denn mit Tim Peake war erst zum zweiten Mal ein Brite im Weltraum. Allerdings war vor 17 Jahren war mit Helen Sharman bereits eine britische Staatsbürgerin im Weltraum gewesen. Sharman verbrachte im Jahre 1989 knapp acht Tage an Bord der sowjetischen Raumstation Mir. Ihr Flug war damals aber in eine Zeit gefallen, in der in Großbritannien keinerlei Interesse an bemannten Raumflügen bestand. Tatsächlich war Sharmans Flug war so sehr in Vergessenheit geraten, dass viele britische Zeitungen Peake als den ersten britischen Astronauten bezeichneten. Immerhin war Peake allerdings im Laufe seiner Mission der erste Brite, der ein Außenbordmanöver unternahm.

Tim Peake und Tim Kopra wurden nach einem kurzen Aufenthalt in Scheskasgan von einem Flugzeug der NASA zunächst nach Bodo in Norwegen geflogen. Dort wurde Peake von einem ESA-Flugzeug aufgenommen und zum Astronautenzentrum nach Köln gebracht während Tim Kopra nach Houston weiterflog. Juri Malentschenko wurde ins Sternenstädtchen bei Moskau geflogen.

Peake hat bei diesem für ihn ersten Raumflug 186 Tage im Weltraum verbracht, Tim Kopra bei zwei Raumflügen ingesamt 244 Tage. Bei weitem übertroffen werden die beiden aber von Juri Malentschenko, der bei seinen insgesamt sechs Raumflügen 828 Tage lang im Weltraum war. Damit ist er weltweit die Nummer 2 nach seinem russischen Kollgen Gennadi Padalka. Malentschenko war bereits auf der Raumstation Mir und hat auch eine Mission mit dem US-Shuttle geflogen.

Die zurückgebliebene Crew, bestehend aus Kommandant Jeff Williams und den beiden russischen Kosmonauten Oleg Skripotschka und Alexei Ovtschinin, wird jetzt drei Wochen lang alleine an Bord der ISS bleiben. Am 7. Juli soll dann eine neue Crew mit dem russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin, der Amerikanerin Kate Rubins und dem Japaner Takuya Onishi folgen.

Bild: Tim Peake nach der Landung.

Credit: NASA Bill Ingalls